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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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64 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie

238,16) auf eine von ihm an den Bischof Johann von Ostia gerichtete,

aber verlorene Schrift Bezug nimmt. 1 Dann verrät Gerhoh hier Kenntnis

der Vita s. Oudalrici (p. 211, 3 = Gerhardi vita Oudalrici 23, MG. SS. 4,

408, 30. 49) und übt Quellenkritik an der oben besprochenen Schrift des

Pseudo-Udalricus gegen den Papst Nikolaus, indem er erklärt, daß zur Zeit

des Bischofs Udalrich von Augsburg kein Papst Nikolaus gelebt habe. 2

Ferner führt Gerhoh ein Stück aus dem Apokalypsekommentar des von

ihm hochverehrten Rupert von Deutz an 3 und hebt einige Stücke aus Mane-

golds Schrift an Gebehard aus (p. 221, 2025 = Manegoldi Lib. 76, Libelli

de lite 1, 428, 40 f. 429, 913). Endlich benutzt er ein größeres Stück aus

einer Schrift eines Raitenbucher Mönches an ihn, wo über die verweltlichte

Geistlichkeit gehandelt wird, 4 und auch das Decretum Gratiani ist ihm nicht

fremd (p. 224, 21 ff. und p. 226, 35).

Zeugnisse. In der Vorrede heißt es p. 203,27 me miserum perdita virginitate ni-mium sero pene fui, immo vero esse studui sectator Juliani apostatae . . . (204, 31) Inpresenti etenim libello . . . tibi legitimo sacerdoti offero sententias vel primitias de cunctismeis opusculis pro quibus persecutionem patior a secularibus clericis. Zur Vita Oudalricip. 211, 3 quod s. Oudalricum legimus desiderasse, qui dimisso episcopatu cupivit intermonachos vitam apostolicam. Ueberlieferung im Monac. 15512 f. 3 s. XII und Vindob.1736 s. XII. Ausgabe von E. Sackur, Libelli 3, 203239.

c) Libellus de eo quod princeps huius mundi iam iudicatussit. Schon in der an Innocenz II. gerichteten Schrift glaubte Gerhoh be-wiesen zu haben, daß die von Häretikern und Simonisten ausgeteilten Sa-kramente unwirksam seien. Er war dann im Mai 1135 auf dem Reichstagzu Bamberg mit Bernhard von Clairvaux zusammengekommen, der Ger-hohs Ansicht nicht teilte. Da aber beide hier nicht so hatten verkehren können,wie Gerhoh es wünschte, 5 so schickte er dem großen Zisterzienserabte dieoben genannte Schrift, in der er seine Ansicht weiter auführte, um jenen zuüberzeugen, und beruft sich dabei auf Bernhards berühmtes Werk De gratiaet libero arbitrio (vgl. p. 242,12), wie er auch den Deusdedit benutzt (vgl.p. 249, 320: Deusd. 2, 1.2 (Libelli 2, 317 f.), 267, 11 f.).

Hier wird Cyprian angeführt (p. 265, 23 ff. und 33 ff. Cypr. Epist. 59, 5

und 69, 3), p. 254, 5 f. Isidor Et. 1, 5, 3 benutzt, 256, 3 ff. Prudent. Psych.

22 f. und 268, 30 Hör. Sat. 2, 3, 71 zitiert.

Ueberlieferung im Klagenfurt. Perg. X f. 81; Audomar. 261 s. XII f. 144; ver-loren ist der Dunensis, aus dem Martene, Thes. nov. anecd. 5,1459 die Schrift heraus-gab. Neue Ausgabe von E. Sackur, Libelli de lite 3, 240272.

d) Libellus de ordine donorum Spiritus sancti. Im Jahre 1142hatte Gerhoh eine Predigt in Rom gehalten, in der er einen Vergleich dersieben apokalyptischen Posaunen mit den sieben Gaben des hl. Geistes an-brachte. Die Kardinäle verlangten hierüber weitere Aufklärung, und daranschließt sich wohl diese Schrift an, in der der Verfasser über die Investitur,den Eid der Bischöfe, über Kirchengüter, den Streit zwischen Kirche undStaat und über das Wormser Konkordat handelt und solche Größen wie

1 p. 238, 16 Sed hoc jeci scribens ad vene- 4 Unde nuper quidam ex fratribus illiusrabilem virum Johannem Ostiensem episco- claustri scribens ad me; hier steht das schonpum. bei Rupert (?) notierte Wort Baalim

2 Nämlich p. 210, 42 ff. p. 233, 16.

8 p. 218, 45 = In apoc. 2 (Ruperti opera 6 Vgl. Lib. 3, 240, 27 ff.2, 490).