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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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62 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie

men. Doch Coelestin starb vorher und sein Nachfolger Lucius II. schicktean Gerhoh einen Brief, durch den er mehreren süddeutschen Kirchenfürstenempfohlen werden sollte. Lucius IL Nachfolger Eugen III. war ein ausge-sprochener Freund der Studien Gerhohs und dieser befand sich daher 1145mit dem Papste zusammen in Viterbo. Auch verlieh ihm der Papst 1146ein Privileg und hatte die Absicht, ihn als Gesandten zu den Ungarn undRuthenen zu schicken. Aus der Gesandtschaft aber wurde nichts, da ihnder König von Ungarn nicht leiden konnte. Doch widmete Gerhoh demPapste 1148 die Erklärung zum 64. Psalm, worin er den unerträglichen undverderblichen Zustand der Kirche deutlich ausmalte. Nachdem dann derKardinallegat Oktavian einen Streit Gerhohs mit dem Bistum Passau ge-schlichtet hatte, hielt der Legat eine Synode in Augsburg ab, wo die imKonkubinat lebenden Priester ihrer Stellen entsetzt wurden. Gerhoh be-gleitete darauf den Legaten nach Rom, erstattete dem Papst Bericht undhielt eine geistliche Disputation. Mit Eugens Tode verlor Gerhoh einengroßen Gönner, denn weder AnastasiusIV. noch dessen Nachfolger HadrianIV.wollten von dem unbequemen Deutschen etwas wissen. Als er Hadriandurch den Bischof von Bamberg und seinen Bruder Rüdiger einige seinerSchriften zusandte, ließ jener ihm nicht einmal Dank dafür aussprechen.

Trotzdem hielt Gerhoh es auch mit diesem Papste, denn als dessen Ge-sandten, die Kardinäle Hyacinth und Heinrich, in Deutschland von einigenbayerischen Großen gefangen genommen wurden, verwandte sich Gerhohbei Heinrich dem Löwen um ihre Befreiung, und er war auch in Augsburgzugegen, als Kaiser und Papst Frieden schlössen. Bald darauf starb Hadrian,und da sich ein Teil der Kardinäle darauf geeinigt hatte, nur einen Papstzu wählen, der den Kaiser bannen würde, so kam es zur Doppelwahl vonAlexander III. (Kardinal Roland) und Viktor IV. (Kardinal Oktavian).Nun wußte Gerhoh nicht, an welchen er sich anschließen sollte, da beidenach seiner Ansicht vortreffliche Männer waren, und in dieser Gemütsstim-mung schrieb er 1162 das Werk De investigatione Antichristi und schicktees an Erzbischof Eberhard von Salzburg. Noch während der Arbeit, als ergerade über die Entstehung des Schismas schrieb, wurde ihm vom Konzilvon Toulouse gemeldet und daß die Könige von Frankreich und Englandsich an Alexander anschlössen. Und da auch die Könige des Ostens AlexanderGehorsam zollten, so wendete er sich ihm zu. Gerhoh wünschte damals einallgemeines Konzil herbei, um das Schisma legal zu beseitigen und andereStreitigkeiten zu heben. Auf einer Reise mit dem Salzburger Erzbischof anden Hof vertraute er dem Papste seine Meinung über das neue Schisma undüber ein künftiges Konzil an. Und im August 1163 setzte er dem KaiserFriedrich seinen orthodoxen Glauben auseinander, er erhielt freilich schonheimlich Briefe Alexanders und der Kardinäle. Als Eberhard von Salzburggestorben war, begleitete er 1165 dessen Nachfolger Konrad IL, der die In-vestitur erlangen wollte, nach Padua. Dort erklärte Gerhoh, daß er dem kurzzuvor durch Friedrich I. erhobenen Paschalis III. niemals gehorchen werde;beinahe hätten ihn die entrüsteten Fürsten getötet, wenn ihn der Kaisernicht ihren Händen entrissen hätte. Und als in Würzburg erklärt wordenwar, daß alle Fürsten ihre Regalien verlieren würden, die dem Paschalis nicht