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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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60 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie

stieg zum Bistum und stellt sein Leben ohne Scheu und geflissentlich anden Pranger, so daß es fast wie Hohn aussieht, wenn er einmal ein Loberteilt. 1 In Kap. 3 kommt er auf Petrus Leonis zu sprechen, dessenSchandtaten nun aufgedeckt werden, und nach dieser Episode wird Inno-cenz II. mit hoher Verehrung und Lob bedacht. Bald aber wendet sichdie Darstellung wieder Girard zu, dessen weiteres Leben bloßgestellt unddessen ganze Tätigkeit aufs schärfste verurteilt wird. Daß in dieser Schmäh-schrift die Farben stark aufgetragen werden, ist natürlich, aber es mußvor allem anerkannt werden, daß Arnulfs Sprache ausdrucksvoll, reichund gebildet ist. Freilich ist die ganze Schrift stark rhetorisch gehalten undihr Aufbau ist der alten Redekunst abgelauscht, wie es zur Vernichtung desGegners notwendig war. Und da sich Arnulf des Kunstmittels bedient,den Gegner anzureden, so erinnert sein Werk stark an die CatilinarienCiceros.

Zeugnisse. Zum Leben Arnulfs vgl. Dieterich, Lib. de Ute 3, 81 f. Widmungseines Werkes (Lib. 3, 85, 16) Venerabili dei gratia Carnotensi episcopo Gaufrido, Ro-manae ecclesiae legato, Arnuljus archidiaconus Sagiensis clericus eius humilis et devotus.Aufenthalt in Rom (85, 22) Sed quia me in Italiam desiderata diu Romanorum legumstudio, deduxerunt; zum Werke (85, 26) Unde nimirum sublata impendendi corporaliterofficii facultate stilum saltem continere non potui sed in Girardum Engolismensem . . . in-vectus originem nativitatis eius, conversationis qualitatem prelationis causam, quid agatvel egerit ab initio tempestatis huius . . . perstrinxi. Ad confutationem quoque eius stilocirca Petrum Leonis liberius evagato 2 subiunxi de persona domini papae, de ordine elec-tionis eius, de javore principum, de populorum consensu, quidve super hoc irrefragabilisomnium religiosorum probat auctoritas. Ueberlieferung nur im Paris. 14193 f. 121136. 145154 s. XII. Ausgaben von Dachery, Spicileg. 2, 338 (aus andrer Hs.) =Muratori, SS. rer. Ital. 3, 453; Bouquet, Recueil 14, 249; Pertz, MG. SS. 12, 207;in Giles, Arnulfi Lexoviensis epistolae p. 42 (= Migne 201, 173); ed. J. Dieterich,Libelli de lite 3, 85108.

Arnulfs Briefe, die meist an hohe Persönlichkeiten, namentlich an Päpstegerichtet sind, wurden von ihm in seinem Alter auf Wunsch des ArchidiakonAegidius von Reims gesammelt. Sie sind ungefähr chronologisch geord-net und gerichtet an Papst Coelestin, Robert von Lincoln, Suger vonSt. Denis, die Päpste Eugen und Hadrian, Arnald Abt von Bonaevallis,Radulf von Diceto, Wilhelm von Le Mans, Hugo von Rouen, König Hein-rich II., 3 König Ludwig VII., Alexander III. (sehr viele), Erzbischof Hein-rich von Reims und Papst Lucius. Ausgabe von J. A. Wright, ArnulfiLexoviensis episcopi epistolae, Oxford 1844. Die Briefe verraten hoheVollkommenheit im Stil.

41. TRACTATUS DE SCISMATICIS

Wahrscheinlich hat ein bayerischer Kleriker zu der Zeit, als der Gegen-papst Paschalis III. noch am Leben war, in Veranlassung des WürzburgerEides vom 12. Mai 1165, der von Reinaldvon Dassel vorgeschlagen und denFürsten durch Kaiser Friedrich I. mitgeteilt wurde 4 , eine Schrift De scis-maticis verfaßt, die die Macht Alexanders III. stärken sollte und manches

1 Vgl. p. 91, 16 ff. gerichtet, in N. 37 p. 164 wird Juvenal 3,

2 Hier berührt Arnulf Girards verlorenes 152 f. angeführt. Ein Brief ist an den Ma-Werk, über das Reimbald von Lüttich gister Petrus Heliae gerichtet (N. 14 p. 99),(Bouquet, Recueil 14, 366) zu verglei- den bekannten Grammatiker.

chen ist; vgl. Dieterich p. 85 n. 3. 4 Genannt Lib. 3, 111, 13 per prophanum

s Auch an Thomas Becket sind mehrere iuramentum negavit.