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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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A. Die kirchliche Streitschriftenliteratur 59

dem Papste Untertan, in weltlicher Hinsicht aber der Papst und sein ganzerKlerus dem Könige.

Ueberlieferung im Monac.22225 f. 51 s. XII; Lambac. 43 f. 209 s.XII; 1 S.Flo-riani XI, 54 f. 97 s. XIV und XI, 152 f. 1 s. XIVXV; Mellic. P. 40 f. 72, s. XIV;Monac.14142 f. 108 s. XV. Ausgabe ven J. Dieterich, Lib. de lite 3, 6380, vgl.735f Vgl. Schmidlin, Archiv f. kathol. Kirchenrecht 84, 48; R. Rocholl, Neue kirchl.Zeitschrift 8,704ff. und Prot. Realencycl. 8, 329. J. A. Endres a. a. 0. S.49 ff. Hauck4, 425432.

Zeugnisse. Zum Namen des Honorius in den Schriften vgl. Elucidarium praef.(Migne 172,1110 A) Nomen autem meum ideo volui silentio contegi, ne invidia tabescenssuis iuberet utile opus contemnendo negligi. Aufschrift zum Inevitabile im Mellic. 96s. XIII Excerpta libelli qui vocalur Inevitabile edita a solilario genere et nomine incognito.Im Cremifan. 280 s. XIV Inc. dyalogus beati Honorii excerptus ex perifison magni Criso-stomii und Monac. 22225 f. 1 (s. XII) hat als Eintrag (s. XVIII) über Honorii papae. Inden Ann. Palidenses steht nach dem Eingangsbrief von Christian an Honorius zur Imagomundi (MG. SS. 16, 52, 10) Hie autem a quo isla petuntur juit quidam solitarius nomineHonorius litteratus et spirilus sapientis fönte repletus.

40. ARNULFI SAGIENSIS INVECTIVA IN GIRARDUM ENGOLISMENSEMArnulf wurde wohl in Rouen am Ende des 11. Jahrhunderts geboren undstammte aus geistlicher Familie, sein Bruder Johannes war Bischof vonSeez. Hier erhielt Arnulf seine Ausbildung, er wurde regulierter Kleriker amDom und dann Archidiakonus in Seez. Nachdem er in Rom das kanonischeRecht studiert hatte, 2 wurde er Bischof von Lisieux (11411181) an Stelleseines verstorbenen Oheims. Als solcher begleitete er König Ludwig VII.auf dem zweiten Kreuzzuge und auf der Synode in Tours suchte er dieBischöfe in Treue zu Papst Alexander III. gegen Viktor IV. zu erhalten.Doch 1181 fiel er bei Heinrich II. von England und bei Papst Lucius ILin Ungnade, legte sein Bistum nieder und zog sich nach St. Victor bei Pariszurück, 3 wo er 1184 starb. Geschichtlich wichtig sind seine Briefe an Hein-rich IL und Thomas Becket. Außerdem schrieb er Predigten und kleinelateinische Gedichte von sehr reiner Form und zuweilen recht weltlichemInhalt. Als er sich noch in Seez aufhielt, war Girard, Bischof von Angou-leme, päpstlicher Legat für Bretagne und Aquitanien, und bei dessenhäufigen Reisen mag ihn Arnulf kennen gelernt haben. Gegen ihn richteteer nun ein scharf und heftig gehaltenes Werk, eine Invectiva, die nicht nurfür die Beurteilung des päpstlichen Legaten, sondern auch für die GeschichteInnocenzII. und Petrus Leonis als Gegenpapst Anaklet IL Wichtig-keit besitzt. Gewidmet ist sie dem Bischof Gaufrid von Chartres (f 1136)und verfaßt oder vollendet wurde sie etwa im August 1133, wie O.Scheuert 4und Dieter ich nachgewiesen haben. Arnulf redet Girard in seinen Werkenan und beginnt (Lib. 3,86,34) Anxie te iamdudum, Girarde, sustinui, dumad nos cotidie flagitiorum tuorum fetor ascendit . . . (39) Quo usque 5 igiturabutere patientia dei? Über die Jugend des Gegners geht er schnell hinweg,läßt aber, obwohl er kaum etwas Sicheres von ihr weiß, einige grelle Streif-lichter darauf fallen. So nimmt er eigentlich den Anfang von Girards Auf-

1 Ist nach J.A. Endres (Honorius Au- 3 Vgl. Arnulfi Lexov. Epistolae ed. J. A.gustodunensis S.49 n. 3) dem Monac. 22225 Wright N. 129 p. 301 frater Arnulfus s.gleichwertig. Victoris Parisiensis canonicus utinam re-

2 Göpfert in Wetzer und Weites Kir- gularis.

chenlexikon 1,1441 läßt ihn, aber wohl 4 Girard von Angouleme (Halle 1880)nicht mit Recht, in Rom seine Invectiva S. 33; J. Dieterich, Libelli 3, 84.schreiben; vgl. Dieterich, Libelli 3, 84. 5 Nach Cic. Cat. 1, 1, 1.