Druckschrift 
3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie

schauungen aber hatte die Reform nichts mehr zu tun, sondern sie mußte

mit ihnen aufzuräumen suchen (vgl. unten).

Ueb erlief erung der Schrift ad Gebehardum im Caroliruh. 93 s. XII (aus Blaubeuren);Ausgabe von K. Francke, Lib.l, 308430; Inhaltsangabe bei G. Meyer v. Knonau,Jahrb. d. Deutschen Reichs unter Heinrich IV. und V., Bd. 3, 511520. Die SchriftContra Wolfelmum im Ambros. 118 sup. s. XIXII, Ausgabe von Muratori, Anec-dota 4, 163 (Opere 11, 2, 102), einige Kapitel von Francke, Lib. 1, 303 ff. (2, 701.3,730). Vgl. C.Mirbt a.a.O. S. 26 ff. Hauck 3,846. 956. Wattenbach 2, 52.VonSchriften, die Manegold erwähnt, seien noch notiert c.38 p. 377, 14 ff. Pseudo-Cypr. deXII abusivis saeculi 9.22 p.352,14 Ep. Zachariae ad Bonif. bei Jaffe, Bibl. rer. Germ.3,118. 23 p. 353, 33 Petrus Damiani contra clericos intemperantes 2,7. c. 25 Bernold dedamnat. scismatic. 3, 7. 8, 12.

10. VERSUS HUGONIS CONTRA MANEGOLDUMGegen Manegold sind diese 55 Verse eines sonst unbekannten Hugo ge-richtet, die wenig gewandt und vielfach schwer verständlich sind. Der Ver-fasser ist ein hochstehender Geistlicher, vielleicht war er (nach K. Francke 1 )Kardinal Hugo, der Genosse des Beno, vielleicht (nach Wattenbach)der in einem Regensburger Gedichte genannte Hugo. 2 Seine Verse ent-halten so gut wie nichts Tatsächliches, nur am Ende Vs. 53 f. den WunschErrat Anastasius, sed hie a sede ligatur, Hildebrande, pari meruisti sorteligari. Die Aufschrift lautet Hugo orthodoxus Manegoldo Hildebrandino undVs. 24 Hanc, Mariegolde, tibi mater prefert medicatrix. Der Reim ist ent-weder der echte Leoninus oder Endreim zweier oder mehrerer Verse, undzwar ein- und zweisilbig (Gaudati).

UeberlieferungimMonac.17142 s.XII f.101 (aus Schäftlarn). Ausgaben vonWat-tenbach, Münchner SB. 1873 S. 732, von Dümmler, Lib. de lite 1, 430431. Vgl.Wattenbach 2,52 und Dümmler a.a.O. S. 430.

11. PETRI CRASSI DEFENSIO HEINRICI IV REGISNach der Einnahme Roms 1084 wollte Heinrich IV. dort eine Synodeabhalten, um den Papst zu verurteilen. Hierzu verfaßte auf den Wunschdes Königs Petrus Crassus, ein juristisch gebildeter Laie, eine Schrift, ausder die Gerechtigkeit und Billigkeit Heinrichs und der Irrtum und dieVerfehlung seiner Gegner klar hervorgehen sollten. Um den Beweis an-zutreten, schöpfte Petrus reichlich aus den Papstdekreten (auch Pseudo-isidor), dem Kirchenrecht, den Vätern, aus Josephus, Orosius und aus denGesetzen Ottos I., 3 aus den Institutionen und dem Codex Justinians, alsobesonders aus rechtlicher Literatur. Sein Vorsatz (p. 434, 35) induxi ani-mum pro sensus mei parvitate hunc libellum scribere, in quo vestrae beati-tudinis aequitas et iusticia et adversariorum error lucide declarari possit.

Ueberlieferung im Hannov. XI, 671 s. XVI f. 65. Ausgabe von Sudendorf,Registrum merkwürdiger Urkunden 1, 2250; von Ficker, Forschungen zur Reichs-und Rechtsgeschichte Italiens 4, 106124; von L. v. Heinemann, Lib. de lite 1,434464. Vgl. Mirbt, Die Stellung Augustins etc. S. 37 f. und Die Publizistik etc.S. 18 ff. Hauck 3, 819. Am Schluß steht ein Gedicht von acht schlechten Hexametern(p. 453 Vs. 1 Petrus fidelis librum componere feci, Effectus victor, rex, hunc quem tibi mitlo)und ein Rhythmus von sechzehn jambischen Achtsilbern (1 Heinrice, rex amabilis,Qui Romae victor existis) von sehr zweifelhafter grammatischer Richtigkeit.

Hierauf folgt im Hannov. XI, 671 f. 90 ein rhythmisches Gedicht von neunzehnStrophen zu je vier jambischen Achtsilbern, das den Kampf der Deutschen mit den

1 Libelli de lite 2. 368. tenbach 2, 71.

2 Münchner SB. 1373 S. 731. Vgl. Wat- 3 Vgl. Lib. de lite 1, 445, 32ff.