26 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie
manijestius cognoscelur ... (p. 307, 33) De quibus plura scribere omittimus cum in prae-fati viri hystoria de his omnibus plene lucideque digestum sit.
Ueberlieferung im Monac. 15-819 f. 110 s. XI; Montispess. H 221 s. XII; Vindob.600 s. XIII; Reinensis 23 f. 45 s. XII; Monac. 14451 f. 147 s. XII. Kap. 33—35 werdenvon Hugo von Flavigny in der Chronik (MG. SS. 8, 431) benutzt. Ausgaben von Teng-nagel, Vet. monum. contra schismaticos (Ingolstad. 1612) p. 7; K. Francke, Libellide litel, 263—279. Vgl. C. Mirbt, Die Stellung Augustins etc. S. 24 und die Publizistikim Zeitalter Gregors VII. S. 21 ff.
8. WENRICI SCHOLASTICI TREVIRENSIS EPISTOLAUnter dem Namen des Bischofs Dietrich von Verdun verfaßte der TriererLehrer Wenrich (oderWinrich) zwischen Oktober 1080 (Tod König Rudolfs)1081 (Wahl Hermanns von Salm) ein Schreiben, das sich gegen den Papstwandte. Dietrich 1 war in dem Streite bald auf der einen, bald auf derandern Seite, so daß er weder ganz königlich noch ganz päpstlich gesinntwar. Er starb mit heftiger Reue darüber, daß er jemals gegen Gregor auf-getreten war, im Jahre 1088. 2 ÜberWenrich — er ist nach L.Traube 3 der unsschon aus einem wunderlichen Gedicht bekannte Trierer Winrich — undseine Arbeit spricht sich Sigebert von Gembloux sehr vorsichtig aus, wäh-rend Manegold mehrfach scharf gegen ihn vorgeht, da die Schrift allerdingsgegen den Papst offen Front macht. Wenrich erhielt wohl für seine Schriftvom König das Bistum Vercelli. 4 Er scheint am 30. September 1082 ge-storben zu sein. Seine Schrift zeigt deutlich, wie sehr das Gewissen derDeutschen durch die hinterhaltige und gewundene Machtpolitik Roms be-drückt war. Denn Wenrich läßt zwar dem Papste volle Gerechtigkeit wider-fahren, sieht sich aber außerstande, sich seiner gegen Heinrich und dasReich gerichteten Politik anzuschließen. Das Schreiben ist auf einen durch-aus maßvollen Ton gestimmt, es bedient sich allerdings zuweilen starkerRhetorik; 5 an die Spitze des Ganzen setzt Wenrich die Worte Prov. 17, 17.Einmal nimmt er Bezug auf einen verlorenen Brief des Papstes (c.4 p. 289,36 f.), das Registrum Gregors I. wird benutzt c.4 p. 291,14, Sallust (Gat. 14)c. 2 p. 286, 30 f. 6
Zeugnisse. Zur Verfasserschaft vgl. Manegoldi ad Gebehard. praef. (Lib. de lite 1,311, 5—12) und contra Wolfelm. 24 (ib. 1, 307, 46) conventu in quo Treveris . . . con-silium opprimendi iusti habitum est. . . iniuncta jertur esse huius negotii cura cuidamhomini grammatico Wirrico Trevirensi magistro, qui sub persona Eliphat Temanitis?Virdunensis scilicet episcopi fraudulentis verbis . . . augeret dolorem s. Job. ... (p. 308,3)Ille vero grammaticus de Philisteorum cetu electus gaudens suscepit operam atque . . . fecitepistolam contumeliis s. ecclesiae redundantem, cui velocius respondere deliberamus. ZuWenrich vgl. Necrol. S. Vitoni, Neues Archiv 15, 128. Sigebert de Script, eccl. 160(p. 156) Wenricus ex scholastico Trevirensi episcopus Vercellensis scripsit libellum subpersona Theoderici Virdunensis episcopi ad Hildebrandum sive Gregorium papam de dis-cordia regni et sacerdotii, non eum increpans sed ut seniorem obsecrans et patrem et ami-cabili inductione quasi affectu dolentis suggerens ei omnia quae contra ius legum et fas re-ligionis eum fecisse et dixisse divulgabat loquax jama. Zur Abfassungszeit vgl. K. Francke,Lib. de lite 1, 284. Ueberschrift Theodericus Virdunensis episcopus Hilthebrando papae.
souveränetät unter Heinrich IV. (Berlin 3 Vollmöllers Roman. Jahresbericht 3,15
1902), nimmt an, daß Manegold in seinem n. 194.
Liber ad Gebehardum c. 30 und 47 diese 4 Am 4. Juli 1083 wird sein Nachfolgerin
Historia benutzt hat, ebenso Paul v. Bern- der Urkunde bei Stumpf-Brentano,
ried, Berthold, Bernold und Hugo Die Reichskanzler 2, 238 N. 2852, genannt.
v. Flavigny. 5 Vgl. c. 3 (Lib. de lite 1, 287, 30f.).
1 Vgl. über seine Politik K. Francke, 6 Natürlich auch Augustin, vgl. C.Mirbt,Lib. de lite 1, 280ff. Die Stellung Augustins etc. S. 39.
2 Ann. S. Vitoni 1088 MG. SS. 10, 526. ' Vgl. Job 2, 11 u. a.