A. Die kirchliche Streitschriftenliteratur 23
Monac. 22272 f.51 s.XII und 14451 s.XIII. Häufig wird das Werk in alten Katalogenerwähnt, s. Manitius, Neues Archiv 32, 699f. 41, 721. Ausgaben Petri Damiani operaed. Caietanus 3, 86. Migne 145, 99—-154; L. v. Heinemann, Lib. de lite 1, 17—75.V<d. Mirbt a.a.O. S.8f. und Die Stellung Augustins etc. S. 5.
4. PETRI DAMIANI DISCEPTATIO SYNODALIS
Während der Streitigkeiten zwischen Alexander II. und Cadalus im Jahre1062 fügte Petrus Damiani, Kardinalbischof von Ostia, einem von ihm gegenCadalus gerichteten Briefe eine Schrift an, die er Disceptatio synodalis nannteund in der er im Geiste die Verhandlungen vorwegnahm, die auf der Augs-burger Synode geführt werden sollten. Sie besteht aus einem Gespräch zwi-schen einem Defensor der Kurie und einem königlichen Advokaten und suchtdie ohne Zustimmung des Königs geschehene Inthronisation Alexanders 11 . aufjede Weise zu rechtfertigen. Die Schrift ist wichtig zur Erklärung des Papst-wahldekrets Nikolaus' II. von 1059 und für die Kenntnis des Schismas.Übrigens hat der Defensor meist das Hauptwort, der Advokat muß sichoft nur als Zuhörer mit einer untergeordneten Rolle begnügen. Die Schriftschließt mit dem Wunsche, daß den Cadalus die Strafe Gottes treffen möge.Benutzt wird darin Isidor, 1 Eutrop 2 und Gregors Frankengeschichte. 3
Ueberlieferung im Casin. 359f.7 s.XI— XII, Vindob. 722 f.9 s.XIII. AusgabenOpera ed. Caietanus 3, 51; Migne 145, 67; L. v. Heinemann, Libelli de lite 1, 77—94.Vgl. Mirbt a.a.O. S.9; Scheffer-Boichorst, MJOeG. 13, 129.
5. HUMBERTI CARDINALIS LIBRI III ADVERSUS SIMONIACOS
Humbert stammte wohl aus Burgund 4 und trat später in engere Beziehungenzum Bischof Bruno von Toul, dessen musikalischer Begabung er sich bediente.Nämlich Johannes de Bayono erwähnt in seiner Geschichte des Klosters,daß er 1044 Responsorien auf mehrere Heilige, deren Kult mit Moyenmoutierzusammenhängt, gedichtet und dem Bischof Bruno zur musikalischen Kom-position übergeben habe. Bruno, als Papst Leo IX., zog ihn nach Rom undgab ihm das Erzbistum über ganz Sizilien. Aber die Normannen ließenihn dort nicht landen und so erhob ihn Leo 1051 zum Kardinalbischof vonSilva Candida. Seitdem war er viel in der Nähe des Papstes und erhielt, da ereine Schmähschrift des Erzbischofs Leo von Achrida ins Lateinische über-setzt hatte, eine Gesandtschaft nach Konstantinopel übertragen. 5 Freilichblieb die Sendung erfolglos, doch er verfaßte in Konstantinopel einen Dialogzwischen einem Constantinopolitanus und einem Romanus; er enthält Vor-würfe und Widerlegungen und besonders wird darin der Vorwurf abgewiesen,daß die lateinische Kirche mit dem Genuß der ungesäuerten Hostie beimAbendmahl Unrecht habe. 6 Humbert wurde später Bibliothekar der Kurieund datierte als solcher die Bullen. 7 Er starb im Jahre 1061. Vor dem TodeStephans IX. (29. März 1058) schrieb er sein wichtigstes Werk Adversus
1 Vgl. Lib. de lite 1, 92, 10 f. 94 ff.
2 IV, 18 (VI, 6) ib. 1, 93, 42 f. 5 Vgl. Halfmann a.a.O. S. 7—15,
3 Ib. 1, 79, 33 f. Thaner p. 96.
4 Benzo ad Heinricum 7, 2 (MG. SS. 11, 6 Vgl. Halfmann S. 12 f.
671, 25) alter de Burgundia . .. Umbertus. 7 Ueber seinen Anteil an der Wahl Niko-
— Zu Humbert vgl. H. Halfmann, Car- laus' II. und sein Verhältnis zu Berengar
dinal Humbert, Göttingen 1882, und die vgl. Thaner Libelli 1, 96 f. und Half mann
Einleitung von F. Thaner, Lib. de lite 1, S. 20 f.