A. Die kirchliche Streitschriftenliteratur 21
cordia et iustitia, verschiedene Traktate zur Belehrung des Klerus schriebBernhard von Clairvaux, Richard von St. Victor den Beniamin minor etmaior, Hildegard von Bingen ihre ausgedehnten Visionen, Hugo de FolietoDe claustro animae und De medicina animae, Petrus Gompostellanus Deconsolatione rationis, Aelred von Rievaux verfaßte einige moraltheologischeSchriften, ebenso Petrus von Blois; Reiner von Lüttich schrieb Lacrima-rum libri III und De profectu mortis, Petrus Gantor das Verbum abbre-viatum und Giraldus Cambrensis die Gemma ecclesiastica.
Dekreta. Auf dem Gebiete der Dekreta und der Verfassung der Kircheschrieb Wilhelm von Hirschau seine Gonsuetudines Gluniacenses, Lanfrancvon Ganterbury sein Decretum pro ordine s. Benedicti, Ivo von Chartressein Decretum und die Panormia, Honorius Augustodunensis die Gemmaanimae und das Sacramentarium.
Hagiographie. Reich ist die Hagiographie vertreten, kann aber hiernicht vollständig behandelt werden. Johannes von Sora schrieb die Vita etmiracula Dominici Sorani, Petrus Damiani die Vita Odilonis und Romualdi,Desiderius von Monte Cassino De miraculis s. Benedicti, Alberich vonMonte Cassino die Vita s. Dominici Sorani, Sigebert von Gcmbloux verfaßtedie Leben der hl. Maclovius, Theodardus und Lambertus, Thiofrid vonEchternach mehrere Legenden und die Flores epitaphii sanetorum, Guibertvon Nogent De pignoribus sanetorum, Theoderich von St. Trond einigeHeiligenleben, Hugo von Fleury die Vita Sacerdotis Lemovicensis, Aelredvon Rievaux die Vita Eduardi und Niniani, Wilhelm von Malmesburydie Leben der hl. Dunstanus, Patricius, Benignus, Indractus, Aelfgyfaund Wulstanus sowie die Miracula s.Mariae und s.Andreae, Laurentius vonDurham die Vita s. Brigidae, Balderich von Bourgueil mehrere Heiligen-leben, Hariulf die Vita s. Madelgisili, Hildegard von Bingen die Leben derhl. Disibodus und Rupertus; Reiner von Lüttich stellte das Leben mehrererHeiliger, Giraldus Cambrensis das Leben von sechs englischen Bischöfenund Jocundus die Vita et miracula s. Servatii dar. — Hierüber sei nochMoses von Bergamo mit seiner Übersetzung des Argumentum orthodoxaefidei de s. trinitate aus dem Griechischen genannt.
ADIE KIRCHLICHE STREITSCHRIFTENLITERATUR
1. GUIDONIS EPISTOLA AD HERIBERTUM ARCHIEPISCOPUM
Eine der ältesten öffentlichen Äußerungen über die Simonie und zwar ausMailand bildet die kurze Schrift des uns schonbekanntenberühmten MusikersGuido oderWido von Arezzo. Er wandte sich in diesem Briefe um 1031 anHeribert IL von Mailand, doch ist der Brief, der die Literatur über die Si-monie eröffnet, nur verkürzt auf uns gekommen, obwohl er eine ziemlichweite Verbreitung erhielt. Er galt als Dekretale des Papstes Paschalis undwird als solche benutzt von Bernhard in seinem Schreiben an Adalbert undBernold, durch Wido von Ferrara, den Kardinal Deusdedit und durch Pia-