20 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie
größeren Anzahl dogmatischer Schriften trat Anselm von Canterbury her-vor. Guibert von Nogent schrieb De pignoribus sanctorum, Alger von LüttichDe sacramento corporis et sanguinis domini, Rupert von Deutz verfaßtemehrere theologische Werke und Petrus Abaelard steht durch seine philo-sophischen Arbeiten an der Spitze der damals lebenden geistigen Forscher.Bernhard von Chartres sehrieb eine Erklärung zur Victorinusübersetzungder Isagoge Porphyrii, Hugo von St. Victor verfaßte De sacramentis fideichristianae, Honorius Augustodunensis das Inevitabile, De libero arbitrio,das Eucharistion, die Scala caeli, De animae exilio et patria und die Glavisphysicae. Gilbertus Porretanus schrieb den Liber sex principiorum in philo-sophiam, Wilhelm von Conches die Philosophia mundi, das Dragmaticonphilosophiae und das Moralium dogma philosophorum. Theoderich vonChartres suchte in De sex dierum operibus die biblische Schöpfung mitPiatos Timäus zu vereinen. Bernhardus Silvestris verfaßte De mundi uni-versitate, Richard von St. Victor mehrere kleine dogmatische Schriften,Hermann von Tournai De incarnatione Christi, Petrus Lombardus Senten-tiarum libri IV, Robert von Melun eine Summa sententiarum, Guido vonBazoches eine Apologia in maledicos, Alan von Lille die Regula theologiaeund kleinere Schriften.
Apologetik und Polemik. In der Apologetik und Polemik verfaßtePetrus Alfunsi den Dialogus contra Judaeos, Petrus Venerabilis AdversusJudaeos, Adversus Saracenos und Adversus Petribusianos, Alan von LilleContra haereticos, Walther von Chatillon Contra Judaeos, Eberhard vonBethune die Antiheresis.
Hermeneutik und Homiletik. Ein reges Leben herrschte in der Her-meneutik. Lanfranc schrieb einen Kommentar zu den paulinischen Briefen,Alulf von Tournai bearbeitete im Gregorialis die Moralia in Job, Odo vonCambrai verfaßte Erklärungen zu mehreren biblischen Büchern, Rupertvon Deutz gab solche zum Johannesevangelium, zum Hohenlied, zu denkleinen Propheten, zur Regel Benedikts und zum Ecclesiastes. HonoriusAugustodunensis schrieb sein Hexaemeron, erklärte den Psalter und dasHohelied und gab Quaestiones in Proverbia et Ecclesiasten, Guibert vonNogent schrieb den Liber moralium in Genesim, Gilbertus PorretanusKommentare zum Psalter und den paulinischen Briefen, Wilhelm von Mal-mesbury eine Erklärung zu den Threni des Jeremias, Petrus Lombarduseine solche zu den paulinischen Briefen, Petrus Comestor zu den Evangelienund Hildegard von Bingen verfaßte Quaestiones. Reich ist auch die Predigt-literatur, die hier freilich nur zum Teil und sehr kurz berücksichtigt werdenkann. So verfaßte Radulfus Ardens Sermones, Honorius Augustodunensisschrieb das Sigillum s. Mariae, das Speculum ecclesiae und die Cognitiovitae, Sermones schrieben Petrus von Cluni, Bernhard von Clairvaux,Petrus Comestor, Hildegard von Bingen, Stephan von Tournai und Petrusvon Blois.
Pastoral- und Moraltheologie. Bedeutend ist die Zahl und der In-halt der Schriften zur Pastoral- und Moraltheologie. Vielfältige kleineSchriften verfaßten Petrus Damiani und Anselm von Canterbury, Frutolfvon Michelsberg schrieb De officiis divinis, Alger von Lüttich De miseri-