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Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
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I d II.

III. Abschnitt: Morbidität der in Deutschland untergebrachten kriegsirefangenen Franzosen.

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lefangenen

einquartiert werden musste, ein besonderes

gewidmet. Das glänzende Zeugnies, welchesParteiische, sachkundige Augenzeugen diesen iinprovisirtenEöpfungen ausgestellt haben,') rechtfertigt es, die Lage,tordnung und innere Einrichtung einiger dieser Zelt- undBarackenlager näher zu beschreiben. Von einer Schilde-Lg der Hüttenlager kann Abstand genommen werden,dieselben in grösserer Ausdehnung nur an zwei Ortenzur Anwendung gekommen sind, nämlich in dem Lagervon Alt-Torney bei Stettin (112 Hütten) und in demprovisorischen Lager auf der Karthause bei KoblenzK8 Hütten). Es sei nur angeführt, dass in ersteremEtablissement (mit einer Grundfläche von 1112 Quadratfussfür jede Hütte) Mitte November 3700 Mann untergebracht

1. Zeltlager.

a. Wittenberg. Errichtung begonnen am 8. August.

Lagerplatz: Der Artillerie-Exerzirplatz bei Kothemark amPietzeritzback, '/> Meile westlich der Festung.

Zelte: Runde Preussische ä 15 Mann, daneben runde Stroh-bütten ä 25 Mann.

Lageranordnung: Vier Längsgassen, in der Mitte durchpne Quergasse gekreuzt; Gassen längs der Stirnseiten, die dernördlichen Stirnseite zu einer place d'armes erweitert.

Kocheinrichtung: Drei überdachte und mit Bretterwändenkersehene Küchen. Die Maximalzahl von 4300 Mann konnteIn zwei Abtheilungen bequem abkochen.

Wasserversorgung: Der vorbeifliessende Bach, durch einSannnel- und Klärbassin geleitet, gab gutes und der Mengepach ausreichendes Koch- und Waschwasser. Ausserdem 4 Ramm-Irunnen zur Deckung des Trinkwasserbedarfes.

Einfriedigung: Durch eine leichte Feldbrustwehr mitjralien.

Lazarethanlage: Zwei Wagenhäuser (nicht heizbar), Reduitles Brückenkopfes, zwei Kasernen, ein Lehrgebäude (sämmtlichheizbar).

') Siehe insbesondere Heyfelder, Bericht über meine ärztlicheRrksamkeit am Rhein und in Frankreich während des Dentsch-Fruzosisclien Krieges 1870/71. St. Petersburg 1871. S. 85.

2 ) Die Angaben in dem Aufsatze von Marvaud, Etüde sur «seines et les camps permanents (Annales d'hygiene publique etlM6decine legale, deuxieme serie. tome XXXIX (1873), pag. 92,ler die Hütten bei Dresden gelten lediglich für das Lager beiPebigau und auch für dieses nur mit Vorbehalt. Auf die Unter-ansiiume der übrigen in und bei Dresden untergebrachten Gefan-genen finden Marvaud's Notizen überhaupt keine Anwendung.eh Ausweis der Akten haben übrigens auch in Uebigau dieDächer von getheerter Pappe, desgleichen die Bretterwände im All-emenien den Anforderungen genügt; für Heizvorrichtungen und

i'uugsmaterial war hinlänglich gesorgt, ebenso für Badeeinrich-hgen und Beschaffung von gutem Trinkwasser. Die Sterblichkeit*ar dort wie anderwärts wesentlich dadurch beeinflusst, dass einePosse Zahl von Gefangenen bereits mit schweren Krankheiten behaftetPJW im Inkubationsstadium solcher anlangte und dem Lazarett über-Wtt wurde, bevor überhaupt ein etwaiger krankheitsbefdrdernderpfaas der Wohnung sich geltend machen konnte.

Saitta-Bericht " 1)l ' r <lie Deüteekaa Heere 1870/71. IL Bd.

b. Torgau. Errichtung begonnen am 8. August.Lagerplatz: Gepachtetes Privatgrundstück längs des Elb-

deiches zwischen Brückenkopf und Lünette Werdau.

Zelte : Runde ä 1 5 Mann.

Lageranordnung: Vorschriftsmässiges Kolonuenlager für4 Bataillone.

Kocheinrichtung: Vier Küchen in Bretterbaracken zu sechsKesselfeuerungen, jede für 1000 Mann.

Wasserversorgung: Acht Fuss tiefe Bassins, durch faschinirteStufen zugänglich gemacht; auf den Sohlen der Bassins zweiHolländische Rahmenschächte. Wasser fand sich 13 Fuss unterder Terrainoberfläche. Pumpen in die Schächte gestellt. DieEinrichtung erschien insofern nicht zweckmässig, als bei demMangel an Abliuss aus dem künstlich gebildeten Kessel dieSohle desselben schmutzig und aufgeweicht wurde.

Einfriedigung: Au der westlichen Lang- und der nördlichenSchmalseite war die markirte Begrenzung durch Damm- undBrückenkopfglacis für ausreichend erachtet worden; die süd-liche Schmalseite und die östliche Längsseite erhielt eine Be-grenzung durch einen leichten Drahtzaun.

Lazarethanlage: Artillerie-Wagenhaus und zwei neuerbauteBaracken im Brückenkopf.

c. Erfurt. Errichtung begonnen am 5. September.Lagerplatz: Garnison - Exerzirplatz, 1200 Schritt vor dem

Johannisthor.

Zelte: Theils runde ä 15 Mann, theils viereckige ä 8 Mann.

Lageranordnung: Eine breite Hauptlängsgasse und einebreite Hauptquergasse, parallel zu letzteren schmalere Neben-gassen.

Kocheinrichtung: Zwei Küchenbaracken für die Mittags-mahlzeiten, eine dritte Küche für den Morgenkaffee und dieAbendsuppe. Ein auf dem Exerzirplatz von einem Spreng-versuche übrig gebliebenes Betongewölbe war zum Vorraths-keller eingerichtet.

Wasserversorgung: Analog der in Torgau, nur je achtSchächte in einer Vertiefung und in denselben bei den günsti-geren Wasserverhältnissen keine Pumpen, sondern die Wasser-spiegel offen und direkt auszuschöpfen. Zugang zweckmässiger,mittels Rampen statt der Stufen.

Einfriedigung: Pallisadirung.

Lazarethanlage: 1 Wagenhaus, Defensionskaserne auf demPetersberge und Garnisonlazareth.

d. Magdeburg. Errichtung begonnen am 5. September.Lagerplatz: Exerzir- und Artillerie - Schiessplatz Krakauer

Anger längs der Berliner Chaussee.

Zelte: Preussische und ehemals Kurhessische.

Lageranordnung: Eine breite Hauptlängsgasse; jede Kom-pagnie bildete eine rechtwinklig dagegen gestellte Quergasse.

Kocheinrichtung: Dampfküche (vorher auf dem BuckauerBahnhof bei den Truppendurchzügen verwandt) für 1500 Mann.Ausserdem noch 12 Kochherde mit 2 bis 3 Kesseln für je600 Mann. Alle Küchen umbaut und überdeckt.

Wasserversorgung: Rammbrunnen, je einer neben jederKüche, zwei neben der Dampfküche.

Einfriedigung: Ein Graben von 3 Fuss Tiefe und Breite,nur als Marke der nicht zu überschreitenden Grenze.

Lazarethanlage: Kaserne Magdeburg und Ravensberg,Bodenraum einer Trainremise.

Die Latrinenanlage war bei allen Lagern gleich:Feldlatrinen an einem angemessenen Orte und mit Schirmtwänden versehen. Uebelstände sind nicht hervorgetreten.

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