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Morbidität und Mortalität bei den Deutschen Heeren und bei den in Deutschland internirten kriegsgefangenen Franzosen.
schlossenheit von der Aussenwelt die Hilfsmittel nicht aus-reichen konnten.
Die Folge dieser Verhältnisse war, dass die katarrhalischenErkrankungen des Verdauungskanales durchaus das Krank-heitsbild beherrschten, und dass auch die im Darm lokali-sirten Infektionskrankheiten eine Verbreitung fanden,welche man als Durchseuchung der ganzen Armee be-zeichnen kann.')
So konnte es denn nicht Wunder nehmen, dass, ob-gleich schon bei der Uebergabe 15 388 Französische Krankeund Verwundete zurückgeblieben waren, eine Zahl, welchesich durch Evakuirung aus den umliegenden Ortschaftenund Erkrankung in den Lagern der Gefangenen bis EndeNovember um weitere 14187 vermehrt hatte, auch dieEtappenorte von ganzen Strömen nicht mehr marsch-
fähiger Franzosen überfluthet wurden. So gingen in denLazarethen von Saarlouis in den ersten beiden Dekadendes November zu:
Gesammt-
zugangan Kriegs-gefangenen
Darunter
Zugang
aus anderen
Lazarethen
Unter dem
Gesammtzugange
befanden sich
VondemGesammt-zugange
Typhus
Ruhr
starben
1. Dekade .
2. Dekade .
231131
127
111
120
17
28
und in den vier Etappeulazarethen zu Trier:
Gesammt-
zugangan Kriegs-gefangenen
Darunter
Zugang
aus anderen
Lazarethen
Unter dem Gesammtzugange befanden sich
VondemGesammt-zugangestarben
Typhus
Gastri-schesFieber
Ruhr
Wechsel-fieber
Lungen- undBrustfell-entzündung
f 1. Dekade......
Agneten - Kaserne <
705140
140
—
—
705
—
1
4
Maximin - Kaserne J
12. „ ......
612150
—
30
50
6013 i —
—
5
25
Meerkatz - Kaserne 1
l 2. , ......
200
—
_
4
20 18
10
—
—
—
—
Palast - Kaserne 1
12. „ ......
2 679241
—
20
—
—
1
2
Selbst noch jenseits Cöln musste der Weitertransportnach Wesel bei etwa 800 Mann aufgegeben und die Ueber-führung derselben in das Reservelazareth Düsseldorf an-geordnet werden. 2 )
Je länger der Feldzug dauerte, um so traurigereBilder gewährten die ankommenden Gefangenen. Wäreauch der Ersatz von der gleichen Güte wie bei derursprünglichen Feld-Armee gewesen, so hätten doch derMangel von Gewöhnung an die militärischen Strapazenund die ungewöhnliche Härte des Winters, verbunden mitder deprimirenden Wirkung Schlag auf Schlag erfolgenderNiederlagen, hinreichen müssen, um die kräftigsten Naturenzu brechen.
1 ) Betreffs der Todesfälle bei der Franziisischen Armee in Metzüberhaupt und am Typhus insbesondere vergl. VI. Band diesesBerichtes, S. 166.
2 ) Graf, Die Königlichen Reservelazarethe zu Düsseldorf währenddes Krieges 1870/71. Elberfeld 1872. Im Ganzen wurden hiervom Oktober bis Januar aufgenommen: 1881 Franzosen, von denen31 starben. Es litten an Typhus 39, gestorben 9; gastrischemFieber 72; Ruhr 359, gestorben 13; Lungen- und Brustfellent-zündung 133, gestorben 3. Verwundete waren darunter 75, von denen3 starben.
Den Eindruck, welchen der am schwersten betroffeneTheil dieser republikanischen Heere, die Bourbaki'scheArmee, ganz in der Nähe des Kriegsschauplatzes machte,schildert der Major Da wall vom Schweizerischen General-stabe mit folgenden Worten: l )
„Ein gellender anhaltender Husten war die ganzeKolonne entlang zu hören, denn fast Alle waren davonbefallen. Eine grosse Anzahl marschirte mit nackten odernur mit kläglichen Lumpen umwickelten Füssen; dasSchuhwerk, aus schwammigem, schlecht gegerbtem Lederangefertigt und während der meisten Zeit zu eng, hattedie Märsche in dem Schneewasser nicht ausgehalten. DieSohlen fehlten ganz oder waren in bedauerlichem Zustande.Viele der Unglücklichen hatten erfrorene oder blutüber-strömte Füsse. Die Uniformstücke hingen in Lappenherunter; die Soldaten hatten sich daher alle Kleidungs-stücke, welche sie fanden, zum Ersatz der ihrigen, dieunbrauchbar geworden waren, angeeignet. Mehrere trugennoch die Leinwandhosen, welche sie beim Beginn des Fei*zuges erhalten hatten, und zitterten erbärmlich."
!) Ohenu, I., S. XVII.