Druckschrift 
Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

Bai«l II.

II[. Abschnitt: Morbidität der in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen.

171

November

Dezember

1. Dekade. . 1 123 Mann (bis zum 6.)

3 192

n

(am 7.)

5 670

ii

(am 8.)

5 687

ii

(am 9.)

2.

11

. . 5 906

n

3.

11

. . 5 742

ii

1.

11

. . 5817

ii

2.

11

. . 5 768

n

3.

11

. . 6447

n

Bei den östlichen Depots kamen annähernd gleich starkeVerschiebungen nicht vor; sie bilden daher eine weit bessereGrundlage für die Darstellung der Gesundheitsverhältnisse.Dass sich damit zugleich diejenigen Armeekorpsbezirke (L, II., V.)darbieten, welche in Klima und Lebensgewohnheit der Ein-wohner von der Heimath der Gefangenen am weitesten ab-weichen, kann nicht als ungünstig betrachtet werden, insofern sicherwarten lässt, dass die aus diesen Umständen entspringendenSchädlichkeiten hier am deutlichsten in die Erscheinung treten.

I. Lebensbedingungen der Kriegsgefangenen kurz vor und

während der Internirung.

A. Transport der Kriegsgefangenen. Ge-sundheitszustand derselben bei ihrer Ueber-| nähme und bei der Ankunft in Deutschland.

Die Ueberführtrag der Kriegsgefangenen in die zufchrer Aufnahme bestimmten Orte erfolgte auf den von demriegsschauplatze nach dem Inlande führenden Etappen-ilinien. Sie war daher je nach der Art und Inanspruch-nahme dieser letzteren mit verschieden grossen Schwierig-keiten verbunden. Im Anfange des Feldzuges zwangenüie noch in Feindeshand befindlichen Festungen dazu, einenosseii Theil des Weges bis zur Grenze durch FussmärscheIznrücklegen zu lassen; im weiteren Verlaufe bedingte diekrassere Entfernung des Kriegstheaters von der Grenzeine längere Dauer, der strenge Winter eine erhebliche[Steigerung der Strapazen des Transportes. Immer aber,sowohl im Beginn als im Fortgange des Krieges war einekenügende Verpflegung der zu Internirenden nur mitAufbietung aller Hilfsmittel zu bewerkstelligen. Es wurdeHäher von vornherein das Prinzip aufgestellt und fest-Rehalten, dass die Rüektransporte von Gefangenen allenI andern Transporten selbst denen der Deutschen Ver-wundeten') vorangehen und nur durch Verpflegungs-ftationen unterbrochen werden sollten.

Im Einzelnen gestaltete sich der Transport nach denHeiden Hauptereignissen des Krieges, welche zu Gefangen-ganzer Armeen führten, den Kapitulationen vonund von Metz, in folgender Weise.

) niese auch im hygienischen Interesse der Deutschen Heerenothweiidige Maassregel veranlasste durch ihre scheinbareParte gegen die Verwundeten und Kranken der Deutschen Armee einseitige Kritik mancher den thatsächlichen Verhältnissen ferner

<*r Kreise. (Siehe Wiener medizinische Presse, 1870, No. 43,

I

1. Armee von Sedan.

a. Grösse der gefangenen Armee: in der Schlachtgefangen waren 21 000 Mann, auf der Halbinsel von Igesversammelt am 2. September 83 000 Mann.

b. Termin des Abmarsches: von den in der SchlachtGefangenen waren 14 000 Mann durch Theile der Maas-Armee schon in der Nacht vom 1. bis 2. September inMarsch gesetzt worden; die erste Evakuation der auf derHalbinsel von Iges Biwakirenden erfolgte am 5. Morgens.

c. Marschlinien: es waren zwei Marschlinien ange-ordnet. Auf der einen sollten etwa 50 000 Mann (überStenay, Dam villers, Etain und Gorze) nach Remilly ge-bracht werden, auf der anderen etwa 34 000 Mann (überBuzancy, Clermont en Argonne, St. Mihiel) Pont ä Moussonerreichen. Von da aus geschah der Transport auf denEisenbahnlinien Remilly Saarbrücken und NancyWeissenburg.

d. Die Dauer des Fussmarsches von Sedan nach Etainbetrug 3 Tage.

e. Verpflegung: So lange die Truppen bei Sedanbiwakirten, erfolgte die Beköstigung aus Französischen,von Mözieres nach Donchery herangebrachten Vorräthen,auf dem Fussmärsche zum grössten Theile durch Requisitionbei den Ortsbehörden; nach der Uebernahme der Gefangenendurch die Cernirungs-Armee vor Metz (in Etain und Pontä Mousson) aus den Magazinen der eskortirenden Armee-korps.

f. Unterbringung: bis zum 5. September Biwak, dannmeist Massenquartiere in Kirchen und Scheunen bis nachMetz hin, von hier an wieder Biwak bis zur Einschiffung.

g. Ursprünglich beabsichtigte Vertheilung auf einzelneDepots:

Stettin . .

11 000 Mann,

Wittenberg

. 3 000 Mann,

Spandau .

. 3 000

Torgau

. 4 000

Magdeburg

. 8 000

Erfurt . .

. 6 00022*