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III. Abschnitt: Morbidität der in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen.
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Dritter Abschnitt.iMorbidität der in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen.
Vorbemerkung.
Neben der im Mittel 788 213 Mann starken m obilen und|er durehschnittlich 300 424 Mann zählenden immobilenptschen Armee fordert eine bis auf 374 995 Kopfe ange-kchsene, im Durchschnitt 262 496 Mann betragende Armee initutschland untergebrachter Französischer Kriegsgefangener die■trachtung hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes heraus.s Kriegsgeschichte kennt kein Beispiel, welches eine Gegen-berstellung der Morbiditätsziffern ähnlich grosser, unter soInzlich verschiedenen Umständen lebender Truppenmassen ge-littet; auch ist die Litteratur arm an genaueren Nachrichtenper Krankheiten und Sterblichkeit unter Kriegsgefangenen'),von vornherein kein Zweifel darüber obwalten kann,iss die veränderten physischen Bedingungen im Verein mit[gehenden psychischen Einwirkungen die Höhe sowohl alslen Charakter ihrer Morbidität mächtig beeinflussen müssen»d dass eine genauere Darlegung dieser Verhältnisse geeignetire, die Lehre von den Krankheitsursachen zu bereichern. Vongewaltigen Morbiditätsunterschieden, soweit letzterelaerSterblichkeit zum Ausdruck gelangen, bei den drei obenZeichneten Armeen giebt nachstehende Uebersicht ein deut-"i redendes Bild.Es starben an Krankheiten von Mannschaften:
bei der
bei der
bei den
mobilen
immobilen
kriegs-
Deutschen
Deutschen
gefangenen
Armee
Armee 2 )
Franzosen 3 )
Wut. . .
14 648
2 201
12 671
"Tausend der Durch-Pnittskopfstärke . . .
18.6
7.3
48.3
"Tausend aller mobil Ge-wordenen .
13.i
")'Tausend Aller, welche«er immobilen Armee an-getan haben .
6.5
"Tausend der höchstenWstärke der Kriegs-gefangenen ......
33.8
"Tausend der Lazareth-
i tranken
30.9
14.0
81.3
-isser einem Abschnitt in The medical and surgical historyM« war of tbe rebellion, Part II, Vol I, pag. 31 ff., kommenw nur die in Nachstehendem angeführten Veröffentlichungen
(übl^M Schlieäsncl1 der Dei der Freussischen Armee als Passanten
;". a "*fcn (vergl. S. 167 dieses Bandes).»«mit °a * 11 Deutschland gestorbenen Kriegsgefangenen und™ Ausschluss der Verwundeten (vergl. Tabelle 212).
'■Bericht Über die Deutschen Heere 1870/71. H. Bd.
Bei der Frage nach den Ursachen, welche unter denKriegsgefangenen innerhalb 10 Monaten eine fast 3 mal so hoheSterblichkeit veranlassten als bei den Mannschaften der mobilenDeutschen Heere während eines ganzen Jahres 1 ), muss die Auf-merksamkeit sich zunächst auf den Zustand richten, in welchemdie Gefangenen von den Siegern übernommen wurden und aufdie allgemeinen hygienischen Verhältnisse, unter denen sich dieAngehörigen der Französischen Armee kurz vor der Ge-fangennahme befunden hatten, sodann auf die Lebens-bedingungen, denen sie während ihres Aufenthaltesin Deutschland unterworfen waren, d. h. auf die zu ihrerUeberführung in die Depots, zu ihrer Unterbringung, Er-nährung, Bekleidung und Beschäftigung daselbst Deutscherseitsgetroffenen Maassnahmen. Mit der Darlegung dieser Verhält-nisse müssen daher die nachstehenden Erörterungen nothwendigbeginnen.
Ein Vergleich zwischen denErkrankungs- und Sterblichkeits-ziffern der in Deutschland untergebrachten Franzosen und denaus einzelnen Französischen Kriegsgarnisonen sowie aus Schweize-rischen Depots herrührenden Angaben mag schliesslich zeigen,dass der Gesundheitszustand der Gefangenen in Deutschland,so ungünstig er demjenigen der Deutschen Armeen gegenübererscheint, keineswegs etwas Ausserordentliches an sieb hat.
Eine weitergehende, medizinisch-wissenschaftliche Ver-werthung gestattet das vorliegende Material begreiflicher-weise nur in beschränktem Maasse. In sämmtlicben anderenTheilen dieses Berichtes, auf welche in dem Nachstehendenmehrfach verwiesen wird, sind für klinische Erörterungen diean Kriegsgefangenen gemachten Beobachtungen mit herange-zogen. Eine rein statistische Betrachtung der Morbiditätder Kriegsgefangenen aber, wie sie dem Plane dieses (II.) Bandesentspricht, ist nur nach wenigen Richtungen möglich. Beson-dere Vorschriften für eine Rapport- und Berichterstattung überKriegsgefangene bestanden nicht. Doch war mit der Eintheilungder Letzteren in Bataillone und Kompagnien, mit der Unter-stellung dieser Formationen unter militärische Vorgesetzte, so-wie mit der Kommandirung dienstthuender Aerzte zu denselbenihre Einreihung unter die Truppentheile der immobilenArmeekorps hinsichtlich der Rapporterstattung thatsächlichgegeben. Da andererseits die Einrichtung völlig getrennterKriegsgefangenen - Lazarethe im Prinzip getroffen war undwährend der ersten Hälfte des Kriegsjahres durchaus fest-gehalten wurde 2 ), so ergab sich auch für die Aerzte dieser
x ) Sowohl in der Statistik der Deutschen Heere als in derjenigender Kriegsgefangenen sind übrigens diejenigen Todesfälle mit einge-rechnet, welche nach dem 30. Juni 1871 bei den während desKriegsjahres Erkrankten eingetreten sind.
2) Vergl. I. Band dieses Berichtes S. 309.
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