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Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
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Morbidität und Mortalität bei den Deutschen Heeren und bei den in Deutschland internirten kriegsgefangenen Franzosen. Band II # am \ \

Princip gleichartigen, nur graduell verschiedenen zeitlichenBewegung aller oder doch mehrerer Erkrankungsformenberuhen, deren manche zweifellos durch sehr von einanderabweichende nähere Ursachen bedingt sind, macht denSchluss unabweislich, dass jede Jahreszeit abgesehenvon dem vorwiegenden Einfluss, welchen sie auf bestimmte;spezielle Erkrankungsformen allerdings ausübt gewisseMomente in sich birgt, welche die Erkrankungsneigungüberhaupt erhöhen oder vermindern.

Ganz unberührt von Obigem bleibt die bereits hervor-gehobene Thatsache, dass die neueingestellten Mann-schaften ausnahmslos in stärkerem Maasse erkranken alsdie länger gedienten. Die Rapporte für die Jahre 1867 bis1872 lassen eine Trennung der Zahlen nach diesem Gesichts-punkte nicht zu, welcher erst in dem neueren Rapport-schema (seit 1873) Berücksichtigung gefunden hat. Ausdiesem Grunde werden in Nachstehendem die betreffendenMittelzahlen aus der ebenfalls fünfjährigen Periode 1877 bis1881 mitgetheilt.

Zugang im Lazareth und Revier') an ausgebildeten und

unausgebildeten Mannschaften bei der Preussischen

Friedens - Armee nach dem fünfjährigen Mittel der Jahre

1877 bis 1881.

(Absolute Zahlen.)

Für den Monat

Januar. . .Februar . .März . . .April . . .Mai ....Juni ....Juli ....August . .SeptemberOktober . .NovemberDezember . .

Jahressumme

Kopfstärke

der

Armee

Krankenzugang

Aus- Un-

gebildete ausgebildeteM annschaften Mannschaften

275 436275 933275 852286 439290 550292 963279 839283 560237 339205 432270 233277 763

Monatsd urehschn itt

270 945

886!

8 708

9 3738 7068 9898 574S9747 932

5 28552490343

6 089

S471

6 8095 7625 2435 473

5 275

5 eil

41682 5942 383CG74

6 428

93 088 64 893: 40.6 ,» K. = 67.6" K.

Zu dieser Ueborsicht ist zu bemerken, dass die Be-stimmung der Rapportinstruktion, nach welcher alsUn-ausgebildete Mannschaften" sämintliche Mannschaften des

ersten Dienstjahres geführt werden sollen, nur sehr all-

mälig von sämmtlichen Berichterstattern gleichmässigrichtig gehandhabt worden ist. Viele derselben führtenanfangs auch Mannschaften des ersten Dienstjahres nacliBeendigung der eigentlichenRekrutenausbildung" undEinstellung der Rekruten in die Kompagnie, d. h. von Ab»

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gang des Winters an, unter den ausgebildeten Mannschaften, jj at j,Aus diesem Grunde sind die ersten Jahrgänge nach Ein- K e k n ,führung des neuen Rapportschemas für die in Rede stehende U ] I(M ,Frage nur wenig und selbst die in obigem Mittel zu Grunde 'gelegten nur mit der Einschränkung zu verwerthen, <la>-von Februar an bis einschliesslich September die Zahl der« g0 wiealsausgebildete Mannschaften" bezeichneten Kranken. S | ( .] 1( >etwas zu hoch, diejenige derunausgebildeten" entsprechendzu niedrig ist. Unter Berücksichtigung dieses Umstände;

stellt sich die Krankenbewegung bei beiden Kategorienprinzipiell durchaus in gleicher Weise dar. In der Jahres-summe wird das Verhältniss der Erkrankungsziffer bei -Mannschaften des ersten Dienstjahres zu derjenigen beiälteren Mannschaften sehr nahe als 72 zu 36 (statt 68 zufl40), also wie 2 : 1 bezeichnet werden können (vergl. hierzuauch Tabelle V auf S. 38 und 39 dieses Bandes), jedoch miuder Maassgabe, das in den ersten Monaten der Dienst-zeit dieses Verhältniss für die unausgebildeten Mannschaftenbedeutend ungünstiger ausfällt. Die absolute Zahl der erkrankten unausgebildeten Mannschaften, obwohl ihre Kopf-stärke die Hälfte derjenigen der ausgebildeten Mannschaftennicht erreicht, 1 ) ist in den Monaten November und Dezembeigrösser als diejenige der ausgebildeten, bleibt jedoclschon im Januar etwas hinter letzterer zurück, obwohl iidiesem Monat der oben beregte Fehler sich noch kaunkann.Diese höhere Erkrankungsziffer der Mannschaften deersten Dienstjahres muss offenbar zur Folge haben, da»die Gesammtmorbidität der Armee während des ganzeiJahres und speziell während der ersten Monate nach EinStellung des Ersatzes etwas höher ist, als sie sein würdewenn eine Gewöhnung an die besonderen militärischenVerhältnisse nicht stattzufinden brauchte. Die Uebereinstimmung der Krankenbewegung bei ausgebildeten uniunausgebildeten Mannschaften giebt jedoch einen weitem

DurcliZahl i

J a h r

geltend machen

1867186818691870 7]1872_Mittel

grupp

ist eil

') Ausschliesslich der Schonungskranken.

Beweis dafür ab, dass die Rekruten - Einstellung -- wem isie die Krauken Ziffern auch graduell modifizirt keines-falls als dasjenige Moment angesehen werden kann, welche:die Krankenbewegung in der Armee prinzipiell bestimmt liehenoder nur irgend merklich prinzipiell beeinflusst. 2 ) haupt

gedrüceine :i

') Die Kopl'stärke der ausgebildeten und unausgebildeten Mann- fehltSchäften ist in den Rapporten nicht enthalten. Aus diesem Grundt Höhewird von Verhältnissberechnungen zur Kopfstärke Abstand genommenUngefähr beträgt die Zahl der Mannschaften des ersten Dienstjahrdin den Monaten November bis September 30 " der Gesammtkopfstärke.im Oktober beschränkt sie sich auf die Einjährig- und Dreijährig-Freiwilligen.

-) Ea darf nicht vergessen werden, dass diese ganze Frörterun!sich lediglich auf die Schwankungen der Morbidität in der jähr-