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Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
Entstehung
Seite
VII
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IJiiud ][. Vorwort zum zweiten Bande. ' H

B. Höchste Mobilstärke der Deutschen Kontingente.

Preussen u. s. w.................. 726 918 Mann,

Sachsen ....................44 484 ,

Hessen ..................... 15 978 ,

Summe für den Norddeutschen Bund . . 787380 Mann.

Bayern ..................... 106 607 »

Württemberg.................. 28 781 ,

Baden .....................26 569 .

Gesummte Deutsche Feld-Armee . . . 949337 Mann.

Für die Verluste der Deutschen Heere durch Verwundungen lagen ausser dem oben erwähnten, in seinerWeise mustergiltigen, jedoch bereits 1872 erschienenen, daher noch theilweise unvollständigen Engel'schen Werke dieZusammenstellungen des Generalstabswerkes vor, welche auf umfassenderen amtlichen Unterlagen beruhen, als dem vor-genannten Statistiker seiner Zeit zu Gebote gestanden hatten. Die Angaben dieses Sanitäts-Berichtes weichen hinsichtlichaller auf Verwundungen bezüglichen Verhältnisse von denen des Generalstabswerkes nur in sehr geringfügiger Weiseab. Die kleinen Differenzen erklären sich durch die Verschiedenheit des Anfangstermines der Berechnung, 1 ) sowie dadurch,dass in diesem Bericht den Verwundungen nicht nur die Schlachtenverluste, sondern alle Verwundungen durch Kriegs-waffen, 2 ) also auch die wenigen durch Unglücksfall u. s. w. herbeigeführten, hinzugerechnet sind, weil die Ursache derVerwundung nicht immer mit Sicherheit zu erkennen war. Die Gesammtzahl der an Wunden Gestorbenen wurdenach dem Generalstabswerke als eine feststehende angenommen und die Zahl der auf dem Schlachtfelde Gefallenen mder Weise ermittelt, dass die nachweislich in Lazarethen Gestorbenen von der Gesammtzahl der Todten inAbzug kam. Welche Bedeutung danach der Begriffgefallen" in diesem Berichte erhält, ist im Texte dieses Bandesan entsprechender Stelle (S. 97) erörtert. Wo die Hineinziehung der Gefallenen in speziellere Berechnungen wünschen s-werth erschien, bot die Fischer'sche Statistik 3 ) mehrfach genügenden Anhalt.

Die in das Generalstabswerk (IL S. 1514) aufgenommenen Zahlen für Todesfälle durch Krankheiten stimmenmit den durch Engel ermittelten überein, sind daher etwas kleiner als die in den Tabellen dieses Bandes mitgetheüten,welche sich auf einen etwas längeren Zeitraum 4 ) beziehen.

Während im Uebrigen durch das Generalstabswerk und die Engel'sche Statistik die Verwundungen sowohlals die duich Wunden und Krankheiten verursachten Todesfälle im Wesentlichen bereits bekannt waren, wenn letztereauch durch den Sanitäts-Bericht eine sehr viel weitergehende Detaillirung erhalten, erfährt das über den Deutsch-Französischen Krieg veröffentlichte Material durch die in den Tabellen dieses Bandes zum ersten Mal zusammengestelltenErkrankungsziffern eine völlig neue und wesentliche Bereicherung. Der Anordnung dieser Ziffern wurde nach Möglich-keit das seit dem 1. April 1873 für die Friedens-Armee giltige Rapportschema zu Grunde gelegt, 5 ) jedoch in der Weise,dass nur die Krankheitsgruppen desselben sämmtlich beibehalten, innerhalb dieser aber nur wenige einzelne, vorzugs-weise wichtige und wohl charakterisirte Krankheitsformen besonders aufgeführt sind. Entscheidend für die Annahme diesesVerfahrens war die Erwägung, dass eine Statistik nicht grössere Genauigkeit anstreben soll als das zu Grunde liegendeMaterial rechtfertigt. Es war nichts Seltenes, dass für einen Kranken so viele Diagnosen zur Auswahl standen, alsZählkarten über denselben vorlagen, d. h. als der Zahl der Lazarethe entsprach, welche er passirt hatte. Statistischliegt der Hauptvortheil der Gruppenzusammenfassung gerade darin, dass auch bei abweichender Benennung desKrankheitszustandes der Betreffende meist in derselben Gruppe verbleibt. Bei der gewählten Anordnung, welchediesem Umstände Rechnung trägt, ist daher ein hoher Grad von Sicherheit dafür vorhanden, dass die mitgetheüten

1 ) Die Listen des Generalstabswerkes enthalten nicht die im Juli 1870 Verwundeten.

2 ) Andere, nicht durch Kriegswaffen hervorgerufene Beschädigungen sind in den Tabellen dieses Bandes in der Rubrik ..MechanischeVerletzungen" verrechnet.

3 ) G. Fischer, Statistik der in dem Kriege 1870/71 im Preussischen Heere und in den mit demselben im engeren Verbändegestandenen Norddeutschen Bundes-Kontingeuten vorgekommenen Verwundungen und Tödtungen. Berlin 1876.

') Vergl. S. 169 dieses Bandes, rechte Spalte, Anmerkung 1.°) Vergl. hierzu Vorbemerkung zum Text dieses Bandes, S. 4.