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Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
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Vorwort zum zweiten Bande.

Band IL

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Ziffern der Wahrheit sehr nahe kommen, was während der Ausarbeitung aller Theile des Berichtes beständig darin sichzeigte, dass auch geringfügigere Vorkommnisse sich regelmässig in den betreffenden Krankenziffern ausgeprägt fanden.Diese Zuverlässigkeit hätte genau in dem Maasse abgenommen, als weitergehende Detaillirung bevorzugt worden wäre,welche somit nur den Schein wissenschaftlicherer Behandlung für sich gehabt hätte.

Jeder in Zugang Gekommene ist selbstverständlich so weit es sich nicht um Neu-Aufnahme desselbenMannes handelte nur einmal gezählt, somit nur in einer Rubrik verrechnet. Verwundete, welche im Lazareth(z. B. an Ruhr oder Typhus) erkrankten, sind demgemäss nur unter den Verwundeten, Kranke mit mehrfachen Leidennur in derjenigen Gruppe aufgeführt, zu welcher sie nach ihrer ursprünglichen oder hauptsächlichsten Affektiongehören. Die Zahlen jeder Rubrik beziehen sich daher lediglich auf Diejenigen, welche wegen der betreffendenErkrankungsform den Lazarethen zugingen. Wie oft ausserdem Verwundete während ihres Lazarethaufenthaltesvon inneren Krankheiten befallen wurden, ist im speziellen Theile des 111. Bandes dieses Berichtes kenntlich gemacht;ebenso linden sich im VI. und VII. Bande einige Mittheilungen über die Häufigkeit des Hinzutretons anderer Affektionenzu dem ursprünglichen Leiden Erkrankter.

Hinsichtlich der Zählung der Verwundeten einerseits, der Erkrankten andererseits inusste ein verschiedenerGrundsatz Platz greifen. Bei ersteren war es, wenn nicht durch Abweichung von den Angaben früher erschienener WerkeVerwirrung gestiftet und die unmittelbare Vergleichbarkeit mit den Verlusten in anderen Kriegen aufgehoben werden sollte,unerlässlich, in der allgemeinen Statistik überall alle Verwundete (also auch die Gefallenen und die wegen Gering-fügigkeit der Verletzung bei der Truppe Verbliebenen) l ) aufzuführen; von den Erkrankten hingegen sind ausschliesslichdie Lazarethkranken berücksichtigt, weil nur für diese ein so zuverlässiges Material, wie oben angedeutet, zugewinnen war. Das daraus sich ergebende Maass von Vergleichsfähigkeit der Zahlen unter einander ist im Text diesesBandes (S. 113 ff.) näher erörtert; ebendaselbst haben die Tabellen der Lazarethkranken durch einige Angaben über diebei der Truppe behandelten Revierkranken ihre Ergänzung erfahren.

Die weitere Zergliederung der Verwundungsziffern im Hinblick auf chirurgische Bedürfnisse blieb dem 111.,diejenige der auf Seuchen und wichtigere Nervenkrankheiten bezüglichen dem VI. bezw. Vll. Bande dieses Berichtesvorbehalten. Dementsprechend beschäftigt sich auch der Text dieses (II.) Bandes, soweit er sich auf die DeutschenHeere bezieht, lediglich mit einigen allgemeinstatistischen, die Heeresmorbidität und Mortalität betreffenden Eragen unterAusschluss aller das klinische Gebiet berührender Gesichtspunkte.

Für alle einem. Armeekorpsverbande zugehörigen Truppentheile ist das Armeekorps als diejenige Einheitangenommen worden, auf welche die Krankenziffern monatsweise bezogen sind. Die dabei sowohl als bei den aufeinzelne Armeen bezüglichen Tabellen zur Anwendung gekommenen Prinzipien und die Gründe für die ausnahmsweiseZerlegung des IX. und XL Armeekorps in Divisionen finden sich in der Vorbemerkung zum Texte dieses Bandes (S. 4und 5) mitgetheilt.

Während die Detaillirung der Zahlen in der oben auseinandergesetzten Weise beschränkt ward, ist in aus-gedehntester Weise dafür Sorge getragen, eine unmittelbare Vergleichung und bequeme weitere wissenschaftliche Ver-werthung der mitgetheilten Daten durch Umsatz der absoluten Zahlen in Verhältnisszahlen zu ermöglichen. Grund-sätzlich sind dabei überall die einzelnen Krankheitsgruppen und Krankheitsformen sowohl auf die Kopfstärke als aufdie Gesammtmorbidität bezogen; die Gründe dafür haben im Text dieses Bandes (S. 4G bis 48) ausführliche Darlegungerhalten. Der Kürze halber ist im Text dieses Bandes die Beziehung auf die Kopfstärke überall durch Iein K., die Beziehung auf die Gesammtmorbidität durch ein M. hinter dem Verhältnisszeichen an-gedeutet, z.B. 3/j-K. = 3 auf Tausend der Kopfstärke, 6^M. =±6 auf Tausend der Gesammtmorbidität.)

Für die Beurtheilung der Morbidität und für alle weiteren daran sich knüpfenden Betrachtungen ist es meistvon entscheidender Wichtigkeit zu wissen, auf welchem Theile des Kriegsschauplatzes irgend ein Truppentheil zu irgendeiner Zeit sich aufgehalten hat. Diesem Zwecke dienen zunächst die Spalten 37 und 38 in Tabelle 53 sowie Tabelle 54.Hat man in letzteren sich darüber unterrichtet, welchem Armeekorps bezw. welcher Division der einzelne Truppentheilangehörte, so gewährt die Spalte 24 in den Tabellen 75 bis 108 weiteren Anhalt; zugleich ergiebt sich aus dieser

] ) Die Gesammtzalil dieser Kategorie siehe in Tabelle 171.