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Philologisches aus alten Bibliothekskatalogen :
(bis 1300)
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Philologisches aus alten Bibliothekskatalogen. 3

Das Bücherverzeichniss Richards gehört nun keineswegs zuden grössten Katalogen, denn viele Bücher , die man im Mittel-alter besass, fehlen gänzlich. Dafür entschädigt es aber ande-rerseits durch die Fülle von Material bei einzelnen Literatur-zweigen. So ist z. B. die darin enthaltene Anzahl der SchriftenCiearos ausserordentlich gross. Von Seneca fehlen nur die Dia-loge und die Apocolocyntosis, Ovid ist vollständig aufgeführt.Yon hohem Interesse sind aber einige Anführungen in tab. Xbei den Dichtern. So liest man X115, c Albii Tybullii liber epy-grammaton'. Die früheste Notiz über Tibull entstammt einemKataloge aus Frankreich 1 saec. IX und diese Erwähnung beiRichard ist dann die Zweitälteste des Mittelalters. Noch wich-tiger ist der folgende Titel tab. X, 116 'Propertii Aurelii Nauteliber monobiblos . Da Richard ein Jahrhundert vor Petrarca ge-schrieben hat, so ist seine Erwähnung des Properz überhaupt dieälteste. Und da der Titel mit der überlieferten Aufschrift inProperzhdschr. stimmt, so ist selbstverständlich auch handschrift-liche Unterlage dafür anzunehmen. Wir würden sonach auf ziem-lich alte französische Ueberlieferung von Tibull und Properzkommen. Von Statius, der hier ebenfalls den Beinamen Sur-culus erhält, führt Richard tab. X, 111 an 'Surculi Papinii Statulibri Thebaidos et Achilleidos , also die Silven fehlen hier wieüberall. Auch Martial wird erwähnt XI, 121 c Valerii Marcialiscoci Iulii Cesaris liber epygramaton'.

Von besonderer Bedeutung ist ausserdem derJTitel VIII, 96'Ygini astrologi liber de mythologya ad Marcum Fabium . Be-kanntlich beruht der Text der Fabeln Hygins nur auf dem Fri-singensis des Micyllus, nach welchem der Titel c Fabulae geltendwurde. Höchst wahrscheinlich meint nun Richard mit dem Na-men Mythologya die Fabeln und nicht das astronomische WerkHygins, welches in alten Katalogen de astronomia, de astrologiaund super spera genannt wird. Da nun Richard c ad Marcum Fa-bium hinzusetzt, so dürfte seine Ueberlieferung eine vollständi-gere gewesen sein, als sie der alte Frisingensis bot.

Von anderen bei Richard vorkommenden Schriften sei nochfolgendes erwähnt. Tab. VIII, 89 führt er den Grellius auf 'Agelliiliber noctium Atticarum'. Die Werke des Sidonius kennt ervollständig, tab. IX, 99 Gaii Sollii Sydonii liber epystolarum,

3 Vgl. Gottlieb N. 417 p. 150. Becker N. 20, 5.