Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
718
Einzelbild herunterladen
 

718 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Man sollte sagen, dass damit alle Möglichkeiten erschöpftwären, allein es findet sich noch eine andere.

ü. Die unpersönliche Form.. Das Verdienst, sie erfunden zu haben, müssen wirEuropäer den Asiaten überlassen, mit denen wir es jaeinmal, wie aus dem Bisherigen schon klar geworden ist,im Punkte der raffinirten Höflichkeitssprache nicht aufneh-men können. Die Japaner bedienen sich, wenn sie rechthöflich reden wollen, statt des Activums des Verbumsmit Angabe der Person des Passivums oder Causativums,statt zu sagen: Sie essen, trinken, schreiben, sagen sie:es wird gegessen, getrunken, schreiben gelassen! Damit istdas Aeusserste in der Flucht vor der Person glücklichfertig gebracht: die Person ist vollständig eliminirt, wassie thut, ist zu einem Geschehen geworden, für das mansich die persönliche Beziehung erst hinzudenken muss.

Im Deutschen kennen wir allerdings ebenfalls eineunpersönliche Wendung, es ist unser »man«, wie es frühervielfach üblich war, insbesondere auf Schulen im Mundeder Lehrer gegen Schüler (man kann seine Vokabeln nicht hat man verstanden ?), aber es war so weit entfernteine Höflichkeitsform zu sein, dass es gerade umgekehrtdazu diente, in Fällen, wo das Du nicht als passend er-schien, der Nöthigung zu dem höflicheren Ihr oder Erauszuweichen. Nur eines vollgültigen Seitenstücks zu derjapanischen Form können auch wir uns rühmen, es istdie im Gurialstyl übliche Wendung: höheren Orts an