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2 (1883)
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712
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712 Kap- IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Knecht (S. 691), so gebührt dem Angeredeten die Anrede:mein Herr. So geschieht es z. B. im alten Testamente(1 Mos. 44, 7; Warum redet mein Herr solche Worte?Es sei fern von Deinen Knechten, solches zu thun), sobei den Siamesen und Malaien und andern asiatischenVölkern Ich und Du werden zu dritten Personen. Beiden Hindus ist diese gegenständliche Bezeichnung derPerson uralt, sie findet sich bereits in den ältesten Dra-men. Du (twam) und Ihr (Yuyam) gilt als grob, die Höf-lichkeitssprache erfordert Bhavän (= Herr) mit der drittenPerson des Verbums, bei höher gestellten Personen Sriman(= der mit Glück Begabte), und selbst für dritte Personen,von denen man spricht, gebraucht man nicht das Prono-men, sondern von anwesenden Atrabhavan (== der Herrhier), von abwesenden Tatrabhavän (= der Herr), kurz indem Sanskrit und der heutigen Höflichkeitssprache derHindus ist das Pronomen in Anwendung auf dritte Per-sonen schlechthin verpönt. Nur der Gottheit gegenüberwird in den Beden das Du gebraucht, ein Seitenstück zuder obigen Bemerkung über die Beschränkung des Dubei den Engländern auf die Anrede an Gott dieKirche allein hat dem natürlichen Du das Leben gefristet.Den abendländischen Völkern war diese gegenständ-liche Bezeichnung der zweiten Person meines Wissensursprünglich ebenso fremd, wie es ihnen die der erstenstets geblieben ist. Den ersten Anlass dazu scheinendie römischen Kaiser mittelst Einführung der abstracten