Substantivische Umschreibung des Angeredeten. 711
das vossitare, wie man es im Unterschiede des tuissare,des Dutzens, nannte, bereis im allgemeinen Gebrauche.
Dabei ist es bei manchen Völkern geblieben. Andereverlangten mehr. Nachdem das Ihr allgemein geworden,bedurfte es, um Jemanden sprachlich vor dem grossenHaufen auszuzeichnen, einer andern Form, und diese fandman in der sofort zu behandelnden beziehungslosen Be-zeichnung der Person. Auf europäischem Boden ist dieseErfindung ziemlich jungen Datums, auf asiatischem warsie längst heimisch. Da eine Uebertragung von dem einenauf den andern nicht anzunehmen ist, so ergibt sich dar-aus, dass sie, so unnatürlich sie auch auf den erstenBlick erscheinen mag, doch eine gewisse innere Berech-tigung und Notwendigkeit für sich haben muss. Wirkennen dieselbe bereits: die Scheu vor der Berührungdes Persönlichen.
Das Problem der beziehungslosen Bezeichnung derPerson des Angeredeten ist von der Höflichkeitssprachein verschiedener Weise gelöst worden. Man kann dreiFormen unterscheiden: die substantivische, diepronominale und die unpersönliche, ich schliessedieselben unter fortlaufender Nummer der bisherigenersten an.
2. Die substantivische Form.
Sie bildet das Gegenstück zur gegenständlichen Be-zeichnung der ersten Person. Bezeichnet der Bedende sichselber dem Andern gegenüber als dessen Knecht: Dein