Phraseologie der Höflichkeit bei der Gefälligkeit. 695
so hat er die Ehre sich zu empfehlen, am Schluss desBriefes die Ehre zu sein etc., kurz überall und überalldie Ehre. Glücklicherweise ist das Verhältniss gegenseitig,dem Einladenden, der um die Ehre bittet, erwidert derAndere, dass er die Ehre haben werde, die Ehre wird wieein Ball zwischen beiden hin und her geworfen. Im Ver-hältniss der Vertraulichkeit tritt bei Einladungen an dieStelle der Ehre das Vergnügen oder die Freude.
5. Höflichkeitsphrasen der Gefälligkeit.
Die Gefälligkeit ist eine sehr reichhaltige Quelle vonHöflichkeitsphrasen, sie entfacht auf beiden Seiten, sowohldessen, der sie empfängt, als dessen, der sie gewährt,einen wahren Wetteifer in Höflichkeit, bei der persön-lichen Berührung vorzugsweise auf Seiten desjenigen, dersie empfängt, im brieflichen Verkehr vorzugsweise aufSeiten desjenigen, der sie erweist. Letzterem gereicht eszur hohen Genugthuung, Befriedigung, zum ganz besondernVergnügen, zur grossen Freude den Wunsch des Andernerfüllen oder ihm Ungebetenermassen einen Dienst erweisenzu können; handelt es sich um Beantwortung einer An-frage, so verfehlt, ermangelt er nicht, beeilt er sich etc.,womit er seiner Handlung den Stempel des Geflissentlichen(S. 571) aufdrückt. Die üblichen Phrasen auf der andernSeite lassen sich auf vier Gesichtspunkte zurückführen:Zurückweisung der Gefälligkeit aus Scheu, den Andern•zu bemühen (bemühen Sie Sich nicht), Annahme der-selben mit beschönigenden Redensarten (mit Ihrer gütigen