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2 (1883)
Entstehung
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692
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692 Ka P- IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Wendungen, sie bleiben der Vorstellung des Bedienten-verhältnisses treu.*) Manche der noch heutzutage 1 imMunde der modernen Völker üblichen Bedientenphrasenbleiben hinter den Probestücken, mit denen der Orientaufwarten kann (z. B. die Anrede auf Java an den König:Staub Deiner Füsse, Sohle Deines Fusses, an einen hohenBeamten: unter Deinen Füssen) wenig zurück; unser Er-sterben in tiefster Unterthänigkeit kann es mit jedem der-selben aufnehmen — der geringste Grieche und Bömeraus der guten Zeit würde sich geschämt haben, solcheWorte in den Mund zu nehmen.

4. Bescheidenheitsphrasen.

a. Bei Aeusserung einer Ansicht. Ausdruck derselbenin zweifelnder, hypothetischer oder rein subjectiv ge-haltener Form. Wendungen dafür im Griechischen: <xv mit

in Briefen in der Unterschrift: Ihr gehorsamster Diener). In Oester-reich ist in den Kreisen der Studirenden noch bis auf den heutigenTag als Verabschiedungsformel Servus üblich.

*) Ich stelle die Liste derjenigen zusammen, welche sich inder deutschen Sprache vorfinden, der I.eser wird sich daraus über-zeugen, wie tief die Vorstellung des Bediententhums sich unsererSprache imprägnirt hat. Das Wort Dienstfertigkeit — einen Dienermachen (den Hut ziehen) — seine Aufwartung machen (der Auf-wärter ist Diener) — die Herrschaften (als Bezeichnung einer Mehr-heit angeredeter Personen) — die Phrasen: zu dienen — womit kannich dienen? — zu Befehl — was steht zu Befehl, was befehlenSie? — ich lege mich Ihnen zu Füssen, küsse die Hand u. s. w. DemAbhängigkeitsverhältniss des Gewerbs- oder Geschäftstreibenden, der»den geehrten Herrschaften« in öffentlichen Blättern oder beim Ab-schied sein Geschäft empfiehlt, ist entnommen der Ausdruck derUmgangssprache sich empfehlen und Empfehlung im Sinnedes Grusses.