Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
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670
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670 Ka P- *X. -Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Die Phraseologie der Höflichkeit.

1. Die Anredeforrnen.Wie haben wir die Person, der wir uns gegenüberbefinden, anzureden? Im Laufe der Zeit haben sich dafürnicht weniger als vier verschiedene Formen herausge-bildet.

a. Der Eigenname.

Er bildet die natürliche Form der Anrede an die Per-son, er ist ihr eigen wie kein anderer (daher xupiov ovofAoc,nomen proprium, Eigenname), denn er wird ihr bereits beiihrem ersten Eintritt ins Leben zu Theil: der Familien-name durch die Geburt, der Vorname durch den Willender Eltern, und er verbleibt ihr für ihr ganzes Leben,während alle andern Bezeichnungen sich erst später ein-finden, kommen und gehen und ihr zur Strafe selbst ent-zogen werden können. Keine andere Bezeichnungsweiseist durch die Natur selber in dem Masse als Anredeformvorgezeichnet wie der Eigenname, denn nur er hebt dasIndividuum durch das ihm ausschliesslich eigene Merkmalvon allen andern Personen ab.

Aber eben darin liegt es begründet, dass die Höf-lichkeit ihn verschmäht. Das Einfache, Natürliche genügtihr nicht. Schon die Griechen zu Homers Zeit begnügensich nicht mit dem Namen allein, bei den vornehmen Per-sonen bedarf es zu demselben noch des Epitheton ornans