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2 (1883)
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242
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242 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

dessen bedarf es in hohem Grade. Es gibt im ganzenUmkreise der Ethik kein Feld, das in dem Masse im Argenliegt, bei dem es noch so sehr an allem und jedem ge-bricht, was wissenschaftlich zu thun ist, als die Sitte; siegleicht einem wilden Acker, der erst urbar zu machen ist.Ich sage dies nicht, um mein Verdienst ins Licht zu setzen,sondern um den Leser darauf vorzubereiten, dass es hierschwere Arbeit zu thun gibt, und dass er sich die Müheund den langen Aufenthalt auf diesem Fleck unangebauterErde nicht verdriessen lassen darf. Auf urbarem Bodenist leicht pflügen, die Wildniss muss man erst roden, be-vor man den Pflug zur Hand nehmen kann. Zugleich sageich es, um damit das Geständniss zu verbinden, dass ichtrotz langer darauf verwandter mühsamer Arbeit nicht imStande gewesen bin, mir selber volles Genüge zu leistenich habe das Gefühl, dass noch manches zu thun übrig!geblieben ist, das ich trotz aller Anstrengung nicht habebewältigen können, und das einer frischen Kraft vorbe-halten bleiben muss.

Die erste Arbeit, die es zu thun gibt, ist, das Feld,auf dem sich unsere Untersuchung bewegen soll, genauabzustecken. Es wird begrenzt durch zwei benachbarteGebiete: das der Gewohnheit und das der Moral. DieSprache hat zwar die Grenzpfähle bereits gesetzt, aberwarum sie es gethan, und ob sie dabei das Richtigegetroffen, bleibt uns zu ermitteln übrig. In Bezug auf dieAbgrenzung der Sitte von der Gewohnheit soll dies hier