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2 (1883)
Entstehung
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241
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Sociales Motiv der Mode. 241

bezeichnet, sie ist nicht eine blosse Herrin, wie es dieSchönheil und die Wahrheit ist, der man sich unterordnet,weil ihre Herrschaft eine berechtigte ist und als solche an-erkannt wird, sondern sie ist eine Tyrannin, deren Machtman als unberechtigt erkennt, und die man dennoch schwachgenug ist zu ertragen.

Damit ist der Mode ihr UrtheiL gesprochen. Die Machtder Sitte theilend, die der Moral vielfach weit überbietend,verdankt sie die Herrschaft, welche sie ausübt, nicht gleichihnen gesellschaftlich berechtigten Motiven, sondern demunlautern Zuge der Standeseitelkeit. Gelangten die Stände,welche schwach und thöricht genug sind, sie nachzuahmen,zum Gefühl ihrer Würde und Selbstachtung, welches sichdaran bewährt, dass man nichts anderes vorstellen will,als was man ist, so wäre es um die Mode geschehen, unddie Schönheit könnte wiederum ihren Sitz aufschlagen, wiesie ihn bei allen Völkern behauptet hat, welche die Modein unserem heutigen Sinne nicht kannten, weil sie ent-weder nicht das Bedürfniss fühlten, die Standesunterschiededurch die Kleidung zu accentuiren oder, wo es geschah,verständig genug waren, sie zu respectiren.

2) Die Sitte.

Es ist das zweite Mal, dass unsere Untersuchung dieSitte berührt; das erste Mal (S. 20 ff.) geschah es, um dieAussage der Sprache über sie zu vernehmen, gegenwärtig,um die Wissenschaft zu Worte kommen zu lassen. Und

v. Jlieving, Der Zweck im Recht. II. 3. Aufl. IG