Die Mode. 231
zeichnet, die Mode, die Sitte, die Moral, das Recht. Wieund wodurch die Gesellschaft die Beachtung derselben er-zwingt, hat für uns in diesem Zusammenhange kein In-teresse, hier kümmert uns nur der Zweck, den sie bei Auf-stellung derselben im Auge hat, und wir haben zu unter-suchen, einmal: ob es wirklich ein gesellschaftlicher Zweckist, der dadurch erreicht werden soll, und sodann: ob der-selbe bei den vier Arten ein eigenthümlicher ist, ob die-Sprache also in ihrem Rechte gewesen ist, wenn sie dieselbenvon einander geschieden hat; unsere Untersuchung nimmtdamit zugleich den Charakter einer Kritik der Sprache an.
Wenn wir die Mode in den Kreis unserer Unter-suchung aufnehmen, so geschieht es nicht der positivenBedeutung wegen, die sie für das gesellschaftliche Lebenbeanspruchen kann — wir werden zu dem Resultate ge-langen, dass ihr ein gesellschaftlicher Werth überall nichtzukommt — sondern des negativen Interresses wegen, umsie von der Sitte auszuscheiden und das Gebiet der letz-teren, welches sich zwischen Mode und Moral in die Mitteschiebt, wie nach Seiten der letzteren so auch nach Seitenjener scharf abzugrenzen.
Die Mode stimmt darin mit der Sitte überein, dasssie für diejenigen Kreise, für welche sie überhaupt in Be-tracht kommt, eine zwingende Gewalt ausübt, sie istalso nicht der Gewohnheit zuzuzählen (S. 21 ff.). Ol)Jemand die in einer Gegend allgemein verbreitete Art derhäuslichen Einrichtung und des häuslichen Lebens befolgen