Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
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222
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222 Ka P- IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

satz das innere Moment der Handlung, die subjective Ge-sinnung, aus der sie hervorgegangen ist, diese das äussereoder objective Moment: die Wirkung, welche sie hervor-gebracht hat, betont. Darum gebraucht die Sprache überall,wo sie das Willensmoment betonen will, den Ausdrucksittlich, z. B. das Sittengesetz, sittliche Normen, nicht Ge-setz oder Normen des Guten, sittliches Gefühl, sittlicheGesinnung, nicht Gefühl, Gesinnung des Guten, währendsie sich, wo sie die Wirksamkeit oder den Werth des Sitt-lichen für das Gemeinwesen ausdrücken will, des Aus-drucks gut bedient: ein guter Mensch, eine gute That,gute Gesetze, Einrichtungen, d. h. solche, welche der Ge-sellschaft, Menschheit zum Heile, Segen, dieselben Substan-tiva mit dem Prädikat böse, schlecht = diejenigen, welcheihr zum Unheil, Unsegen gereichen.

Den religiösen Massstab legen an die Worte: fromm,gottlos, auch böse, das also in doppeltem: in gesell-schaftlichem und religiösem Sinne gebraucht wird, sie ver-halten sich zu gut und böse, sittlich, unsittlich wie dieSünde und Sündlosigkeit zu Unsittlichkeit und Sittlichkeit(S. 80/81, 91).

Wir haben damit erwiesen, dass der Gegensatz vongut und böse im sittlichen Sinne

1. kein absoluter ist, sondern ein relativer,

2. dass der Massstab, nach dem er sich bestimmt,der des Zweckes ist, d. i. der utilitaristische,

3. dass der Gegensatz historisch erst vom Physischen