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2 (1883)
Entstehung
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210
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210 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Vorher wird es nöthig sein, uns über den Begriff desUtilitarismus zu verständigen.

Wir sagen von einem Ding oder Ereigniss, dass esuns nütze, wenn wir der Ansicht sind, dass es uns inunseren Zwecken fördere, uns aus der Stelle (»fiirder«, »vor-wärts«) d. i. dem Ziele näher bringe. Nutzen ist bewirkteAnnäherung an das gesteckte Ziel. Insoweit nun das Da-sein auch das Wohlsein in sich begreift, wenden wir denAusdruck nützen, der im engeren Sinne sich nur auf ersteresbezieht und dann von »angenehm« unterschieden wird, auchauf letzteres an,*) und in diesem weiteren Sinne ist dervon uns gebrauchte Ausdruck Utilitarismus im Folgendenzu verstehen.

Ob nun etwas in diesem Sinne nützlich sei, bestimmtsich nicht bloss nach den sofortigen, unmittelbaren, sondernzugleich nach den späteren, mittelbaren Folgen, nur dasGesammtresultat sämmtlicher Wirkungen sowohl in derGegenwart wie in der Zukunft entscheidet darüber, obetwas nützlich oder schädlich ist. Vom Standpunkte desMoments aus betrachtet ist es für den Kaufmann nützlich,seine Kunden zu übervortheilen, aber der Nutzen des Mo-ments wird von ihm durch den Verlust der Kunden theuererkauft, im Endresultat bringt ihm seine Unredlichkeit nichtNutzen, sondern Schaden.

*) In diesem weiteren Sinne gebrauchen auch die römischenJuristen den Begriff des utile. Mit dem Erfordemiss, dass die »ser-vitus fundo utilis esse debet« verlrügt sich auch: »ut amoenitatiscausa aqua duci possit, 1. 3 pr. de aqua (43. 20).