Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
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207
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Eudämonismus und Utilitarismus. 207

hier der des Mittels. Beides, Zweck und Mittel, hängtaufs engste zusammen. Darum ist der Eudämonismus, derden Zweck in den Vordergrund stellt, ebenso sehr ge-nöthigt über die Mittel zum Glück Rede und Antwort zustehen, wie der Utilitarismus, der in erster Linie die Mittelins Auge fasst, über den Zweck. Ein principielles Aus-einandergehen beider in Bezug auf den Zweck ist damitin keiner Weise involvirt. Der Eudämonist kann das Zielsehr niedrig stecken, z. B. in den blossen Sinnengenussverlegen (Hedonismus), der Utilitarist umgekehrt es sehrhoch stecken, wie der Vater des Utilitarismus: Bentham esin der That gethan hat.

So existirt also wissenschaftlich zwischen beiden keinUnterschied, es sind nur zwei verschiedene Namen füreine und dieselbe Sache. In Wirklichkeit aber haben sichbeide zu zwei, zwar nicht in ihrem Grundgedanken, aberin der Art seiner Durchführung erheblich von einanderabweichenden Systemen gestaltet. Der Eudämonismus hatsich im Wesentlichen dabei begnügt, das Streben nachGlück als Princip zu proclamiren, ohne sich die Mühe zunehmen, im Einzelneu den Nachweis zu führen, dass undwie das Glück durch das Vollbringen des Sittlichen ge-fördert werde. Es ist die Wolkenregion der Speculation,in der er seinen Sitz aufgeschlagen hat, und von der eres verschmäht zur Erde herabzusteigen die entscheiden-den Fragen werden in der Höhe abgethan; sind sie es dortso sind sie es auch für die Erde. Der Utilitarismus