200 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.
Blatte der Geschichte geschrieben steht? Von der vollen-deten Gestalt des Wohlseins der Menschheit haben wir garkeine Ahnung.
Also es bleibt bei unserm Gesichtspnnkte des Glückesoder des Wohls der Gesellschaft, und wir nehmen denVorwurf seiner Unbestimmtheit und Wandelbarkeit, der nuraus dem Munde von solchen kommen kann, denen es blossdarum zu thun ist zu discutiren, — die Wahrheit anzubellen—, willig entgegen, indem wir ihn unsererseits an die Adresseder Geschichte weiter befördern. Sache des demnächstfolgenden iuductiven Beweises der gesellschaftlichen Theoriewird es sein, die Richtigkeit dieses Gesichtspunktes an demconcreten Material, welches uns die Geschichte des Sitt-lichen zur Verfügung stellt, zu erweisen, an der gegen-wärtigen Stelle genügt es uns, denselben auf deductivemWege begründet zu haben. Mit dem Dasein der Gesell-schaft ist als nothwendige Consequenz desselben wie derEgoismus als praktischer Hebel so auch der Eudämonis-mus als Endziel ihres Strebens dargethan; wer die letztereConsequenz bestreiten will, muss bis zum ersten Gliede derBegriffskette zurückgreifen und das Dasein der Gesellschaftin Abrede stellen; wer letzteres anerkennt, muss die Gonse-quenzen zugeben.
Der Eudämonismus, von einer etwas anderen Seiteaus gesehen, ist Utilitarismus. Nur der Standpunktder Betrachtung, nicht der Massstab, den man anlegt, istbei beiden ein verschiedener, dort ist es der des Zwecks,