Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
199
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Selbsterhaltung der Gesellschaft. Princip des Sittlichen. 199

bildet, der Geschichte, welche die Natur ablöst, um ihrWerk ganz in ihrem Sinn und Plane fortzusetzen und denGedanken der Selbsterhaltung auch in Bezug auf die Ge-sellschaft zu verwirklichen.

So ist es ein und derselbe Gedanke: der Trieb derSelbsterhaltung, der sich durch die ganze Schöpfung hin-durchschlingt vom Niedersten bis zum Höchsten. DerDualismus, den die individualistische Theorie der Naturaufbürdet, indem sie das Sittliche selbständig neben undunabhängig vom Egoismus auftreten lässt, ist damit be-seitigt, das Sittliche reiht sich dem Egoismus an als eineFortbildung desselben auf der Stufe der Gesellschaft.

Aber um welchen Preis, wird vielleicht Manchersagen, ist dies Resultat erzielt! Das Sittliche ist damitherabgezogen von seiner Höhe, ist auf eine Linie mit demEgoismus gerückt, seines Adels, seiner Hoheit entkleidet!

Der Vorwurf kann nur aus dem Munde von Solchenkommen, welche den Egoismus, beirrt durch den gehässi-gen Sinn, den wir mit ihm verbinden, indem wir dabeian seine Gegensätzlichkeit zum Sittlichen denken, schlecht-hin für verwerflich halten. Als ob er abgesehen vomSittlichen nicht ganz so berechtigt wäre, wie letzteresselber, als ob nicht auch er von Gottes Gnaden wäre, undals ob nicht gerade auf ihn die Weltordnung in ersterLinie gegründet wäre. Wer den Egoismus als solchen füretwas Unsittliches hält, muss auch Gott des Egoismuszeihen, denn auch Gott behauptet sich selbst. Die Gon-