Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
197
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Das Gesetz der Selbsterhaltung in der Natur. 197

rein negativen oder passiven Verhaltens im Kampfe umsDasein, auf den Widerstand der Materie, den der Körperdem Körper entgegensetzt, bis er durch die Uebermachtüberwältigt dem äusseren Andrängen des fremden, der ihmden Raum streitig macht, erliegt und seine bisherige Da-seinsform einbüsst. In der organischen steigert sich dienegative oder passive Form der Selbsterhaltung zur posi-tiven oder activen d. h. zur Behauptung des eigenen Da-seins auf Kosten der Umgebung, jeder Daseinsmoment desOrganismus ist Aufnahme aus der Aussenwelt, beständedas Aufzunehmende auch bloss in der Luft, die er ein-athmet Leben ist Zweckverwendung der Aussen-welt für das eigene Dasein. Von der Pflanze zumThier abermals ein Fortschritt. Die Umgebung, aus derder Organismus sich versorgt, und die bei der Pflanzeeine ein für alle Mal fest bestimmte ist, wird durch dieBewegung des Thieres eine wandelbare, wechselnde, dasThier kann sich seine Lebensbedingungen im Baume suchen.Beim Uebergange vom Thiere zum Menschen geht mit derphysischen Ausstattung zur Selbsterhaltung keine erheb-liche Veränderung vor sich. Die Möglichkeit, in allen Kli-maten zu existiren und überall seine Lebensbedingungenzu suchen, ist zwar den meisten Thieren versagt, aber esgibt doch manche, die sie mit den Menschen theilen.

Das Mittel, wodurch die Natur auf die Stufe desMenschen die Selbsterhaltung dem Thiere gegenüber stei-gert, ist weniger der menschliche Geist mit seinem Blicke