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2 (1883)
Entstehung
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195
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Selbsterhaltungstrieb der Gesellschaft. 195

gesellschaftlichen Daseins. Der Grund ist darin zu er-blicken, dass sie beim Egoismus den Gegensatz zum Sitt-lichen im Auge hat, und dieser Gegensatz ist beschränktauf die Mittelregion des individuellen menschlichen Da-seins; die untere kennt denselben nicht, weil das Sittlichenicht bis zum Thiere hinabreicht, die obere nicht, weilder Egoismus bei der Gesellschaft die Gestalt des Sittlichenannimmt. Allein dies bindert uns nicht, das Phänomen,das alle drei Stufen uns wiederspiegeln, als ein seinemletzten Grunde nach gleiches zu erkennen. Die Vorder-fiisse des Vierfüsslers nehmen beim Menschen die Gestaltund den Namen der Arme an, aber der Zoologe, der demGedanken der Natur in der Schöpfung nachgeht, erblicktin den Armen des Menschen nur eine Fortbildung derVorderfüsse der Thiere. Das Verhältniss des Sittlichenzum Egoismus ist kein anderes eine Repetition des-selben Gedankens auf einer höheren Stufe des Daseins.Freilich eine Repetition, welche mit einem Ruck der ganzenWelt eine andere Gestalt gibt. Aber auch der Ruck, dendie Natur bei der Verwandlung der Vorderfüsse in Armemacht, ist ein ungeheurer.

Mit dieser Zurückführung des Sittlichen auf den Selbst-erhaltungstrieb der Gesellschaft haben wir die Theoriedesselben von jenem Antagonismus befreit, den die in-dividualistische Theorie, wie früher nachgewiesen, an-zunehmen sich genöthigt sieht. Ihr zufolge stehen der

ligoismus und das Sittliche in unversöhnlichem Wider-

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