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2 (1883)
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194
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194 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Wege auch für sie dargethan. Damit eröffnet sich unsfür das Verständniss des Sittlichen ein neuer, höchst frucht-barer Gedanke. Alle sittlichen Grundsätze haben zumZwecke das Bestehen und Gedeihen der Gesellschaft, allesind um der Gesellschaft willen aufgestellt, sie stellten unsdar den Inbegriff dessen, was die Gesellschaft zu ihremwahren Gedeihen für nöthig oder wünschenswerth hält.Damit gewinnen wir für sie denselben Gesichtspunkt wiefür die Vorschriften des Rechts (I, 434): den der durch siekundgegebenen Lebensbedingungen der Gesellschaft.In diesem Gesichtspunkte treffen das Recht und die Sitt-lichkeit zusammen, nur die Gradation derselben und dieArt ihrer Verwirklichung ist eine verschiedene, was unsan dieser Stelle nicht kümmert.

Wenn wir mit diesem Gesichtspunkte das Richtigegetroffen haben, so stellt sich uns das Sittliche dar als derEgoismus in höherer Form: der Egoismus der Gesell-schaft. Derselbe Trieb der Selbsterhaltung, der auf derStufe des individuellen Daseins die Gestalt des Egoismusannimmt, tauscht dafür auf der gesellschaftlichen die Forindes sittlichen ein. Nur der Name, mit dem die Sprachediese höhere Form desselben belegt, wird ein anderer, dieSache bleibt dieselbe. Den Namen gebraucht sie nurfür die Region des individuellen menschlichen Da-seins: was unter dieser Region liegt: die Sphäre desthierischen, wird von ihr ebenso wenig mit diesemNamen belegt, als was über derselben liegt: die des