170 Kap. !X. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.
Ordnung, in subjectiver die bloss äusserliche der Hand-lungen.
So ist es also nur die halbe Wahrheit, die bei Kantdurchbricht: halb in Bezug auf die Geschichte, welchenur über das Aeussere, nicht über das Innere Macht hat,halb in Bezug auf die Gesellschaft, welche zwar vondem Individuum dessen »Beitrag zum Weltbesten« empfängt,aber ohne selber als Zwecksubject des Sittlichen anerkanntworden zu sein — es sind nur die Reflexwirkungen desauf das Individuum berechneten kathegorischen Imperativs,die ihr zu gute kommen.
Einen höchst bedeutenden Fortschritt macht die Er-kenntniss des gesellschaftlichen Charakters des Sittlichenmit Bentham. In Deutschland unter dem Einflüsse derder realistisch-praktischen der Engländer diametral ent-gegengesetzten ideal-speculativen Bichtung ist derselbeviel zu wenig gewürdigt worden, es gehört bei uns zumguten Tone, über seine Theorie wie über den verfehltenAntrag eines Abgeordneten in der Kammer einfach zurTagesordnung überzugehen. Mit grossem Unrecht, und zuunserem eigenen grössten Schaden! Bentham war nichtbloss einer der selbständigsten, originellsten Denker, derdurch die Fülle und anregende Kraft seiner Gedanken unddurch seinen gesunden praktischen Sinn und weittragendenBlick das Studium seiner Schriften in weit höherem Gradebezahlt macht, als dasjenige der Schriften der meistenseiner auf speculativen Stelzen einherschreitenden und die