168 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.
dass der kathegorische Imperativ der Pflicht, der nur aufden Theil, nicht auf das Ganze gerichtet ist, nicht imStande ist, die gesellschaftliche Entwicklung des Sittlichenzu beschaffen, die Vorsehung muss ihm zu Hülfe kommen.Aber eine gewisse Unterstützung findet letztere doch imMenschen selber. Freilich »nicht durch den Gang derDinge von Unten hinauf, sondern von Oben herab« (dieobige Legalität in pflichtmässigen Handlungen). Es istzu hoffen, dass wenn die Weltregierer nur ihren eigenenVortheil verstehen, »die Aufklärung und mit ihr auch eingewisser Herzensantheil, den der aufgeklärte Mensch imGuten, das er vollkommen begreift, zu nehmen nicht ver-meiden kann, nach und nach bis zu den Thronen hinauf-gehe und selbst auf ihre Regierungsgrundsätze Einflusshabe« (VII, S. 331), Auch der öffentlichen Meinung räumtKant einen erheblichen Einfluss an dem Fortschritt ein.Dagegen ist »von der Bildung der Jugend in häuslicherUnterweisung und Schulen, in Geistes- und moralischer,durch Religionslehre verstärkter, Gultur« für die Erziehungzum Guten wenig zu erwarten (X, 356). Die moralischeGrundlage im Menschengeschleohte wird nicht im Mindestenvergrössert werden, als wozu eine Art von neuer Schöpfung(übernatürlicher Einfluss) erforderlich sein würde (daselbstS. 455).
Die Aeusserungen Kants sollen mir an späterer Stelle(Theorie des sittlichen Willens) dazu dienen, um zu zeigen,wie weit er noch von der vollen Wahrheit entfernt war,