Das gesellschaftliche System. — Anlaufe. — Kant. 167
fallen. Denn auf die Länge wird es zum Possenspiel, undwenn die Acteurs es gleich nicht müde werden, weil sieNarren sind, so wird es doch der Zuschauer, der an demeinen oder anderen Act genug hat, wenn er daraus mitGrunde abnehmen kann, dass das nie zu Ende kommendeStück ein ewiges Einerlei sei« (daselbst S. 222).
Wodurch wird dieser Fortschritt bewerkstelligt? DieAntwort, welche Kant darauf ertheilt, ist höchst über-raschend. Nicht durch »ein immer wachsendes Quantumder Moralität in der Gesinnung« (s. oben). »Der Fortschrittwird nicht sowohl davon abhängen, was wir thun (z. B. vonder Erziehung, die wir der jungen Welt geben werden)und nach welcher Methode wir verfahren sollen, um eszu bewirken, sondern von dem, was die menschliche Naturin und mit uns thun wird, um uns in ein Geleis zu nö-thigen, in welches wir uns von selbst nicht leicht fügenwürden. Denn von ihr oder vielmehr (weil höchste Weis-heit zur Vollendung dieses Zweckes erforderlich wird) vonder Vorsehung allein, können wir einen Erfolg erwarten,der aufs Ganze und von da auf die Theile geht, da imGegentheil die Menschen mit ihren Entwürfen nur vonden Theilen ausgehen, wohl gar nur bei ihnen stehenbleiben und aufs Ganze, als ein solches, welches für siezu gross ist, zwar ihre Ideen, aber nicht ihren Einflusserstrecken können« (VII, S. 324).
Damit haben wir wieder den ganzen Individualismusder kantischen ethischen Auffassung, das Eingeständniss,