Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
161
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Das gesellschaftliche System. Leibniz. 161

suchte, ich wüsste in der ganzen Literatur kein besseresals den prägnanten Ausspruch von Leibniz*): omne ho-nestum publice i. e. generi humano et mundo utile,omne turpe damnosum. Darin ist das System des ge-sellschaftlichen Utilitarismus, wie ich es im Folgenden zubegründen gedenke, vollständig ausgeprägt, und Leibnizselber hätte nichts weiter nöthig gehabt, als diesen Ge-danken zu Ende zu denken, um das ganze System zu be-gründen.**)

*) Nova methodus discendae docendaeque jurisprudentiae § 76(Opera omnia ed. Dulens IV, p. 214).

'**) In der gegenwärtigen zweiten Auflage mache ich zum Texteeinen Nachtrag, den ich der Besprechung meines Werkes im Lite-rarischen Handweiser, zunächst für das katholische Deutschland,Münster, Jahrg. 23, Nr. 2 durch W. Hohoff, Kaplan in Halle, ver-danke, der mir auch persönlich mit manchen werthvollen Verwei-sungen auf die katholische ethische Literatur an die Hand gegangenist. Derselbe weist mir durch Citate aus Thomas ab Aquino nach,dass dieser grosse Geist das realistisch-praktische und gesellschaft-liche Moment des Sittlichen ebenso wie das historische bereits voll-kommen richtig erkannt hatte. Den Vorwurf der Unkennlniss, dener für mich daran knüpft, kann ich nicht von mir ablehnen, abermit ungleich schwererem Gewicht als mich trifft er die modernenPhilosophen und protestantischen Theologen, die es versäumt haben,sich die grossartigen Gedanken dieses Mannes zu Nutze zu machen.Staunend frage ich mich, wie war es möglich, dass solche Wahr-heiten, nachdem sie einmal ausgesprochen waren, bei unserer pro-testantischen Wissenschaft so gänzlich in Vergessenheit gerathenkonnten? Welche Irrwege hätte sie sich ersparen können, wenn siedieselben beherzigt hätte! Ich meinerseits hätte vielleicht meinganzes Buch nicht geschrieben, wenn ich sie gekannt hätte, denndie Grundgedanken, um die es mir zu thun war, finden sich schonbei jenem gewaltigen Denker in vollendeter Klarheit und prägnan-tester Fassung ausgesprochen. Ich gebe dem Leser einige seinerAussprüche zur Probe. »Firmiter nihil constat per rationem practi-cam, nisi per ordinalionem ad ultimum finem, qui est bonum com-T. Jhering, Der Zweck im Eecht. H. 3. Aufl. H