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2 (1883)
Entstehung
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156
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156 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

der Ethik ist unhaltbar, Zwecksubject des Sittlichen kannnicht das Individuum als solches sein.

Es bleibt nur der Mensch als Glied der Gemein-schaft übrig. Damit haben wir das Richtige getroffen:die Gesellschaft ist Zwecksubject des Sittlichen.

17. Der Fortschritt von der individualistischenzur gesellschaftlichen Theorie.

Die individualistische Theorie, wie ich sie fortan stattindividualistisch-teleologische nennen werde, verlegt denZweck des Sittlichen in das Individuum, die gesellschaft-liche, wobei ich ebenfalls fortan den Zusatz: teleologischfortlassen werde, in die Gesellschaft, oder in meiner Weiseausgedrückt: für jene ist Zwecksubject des Sittlichen dasIndividuum, für diese die Gesellschaft. In wenig Wortezusammengefasst lautet die letztere: das Bestehen unddie Wohlfahrt der Gesellschaft ist der Zweck allersittlichen Normen. Es ist der bekannte Satz, den Cicerode legib. III, 3 für die Staatsgewalt ausspricht: salus populisumma lex esto.

Indem die gesellschaftliche Theorie das Individuumvon dem Platze, den dasselbe sich mit Unrecht angemassthat, verdrängt und die Gesellschaft dafür an die Stellesetzt, ist sie sich bewusst, dem Anspruch, den das Indi-viduum in Bezug auf seine sittliche Bestimmung zu er-heben berechtigt ist, so wenig Abbruch zu thun, dass sieim Gegentheil sich rühmen darf, demselben erst vollkom-