Das Zwecksubject. — Das Thier, die Sache. 141
der Zweckbestimmung der Dinge richtig erkannt. In demVergeuden von Nahrungsmitteln, z. B. dem Wegwerfen vonBrod, selbst in dem nutzlosen Brennen des Lichts erblicktdie Moral des gemeinen Mannes eine Sünde, und die Zer-störungslust gilt allgemein und mit Becht als Beweis sitt-licher Bohheit, ja Falle eines frevelhaften Auslassens der-selben an Objecten der Kunst und Wissenschaft, wie siedie That des Herostratus am Tempel zu Ephesus, die desOmar an der Bibliothek in Alexandrien, die Gräuel derVandalen an den Kunstschätzen Boins enthielten, hat dieGeschichte für ewige Zeiten dem Abscheu der Menschheitaufbewahrt; dem letztgenannten Falle hat die Sprache be-kanntlich den Namen für eine derartige Bohbeit entlehnt:Vandalismus. Das sittliche Urtheil nimmt also auch dieSache in Schutz, aber es geschieht nicht ihret-, sondernder Menschen wegen, sie ist und bleibt nur Zweckob-ject, aber in dem Zweckobject wird zugleich das Zweck-subject getroffen.
Diesen Schulz theilt auch das Thier mit der Sache.Aber bei ihm gesellt sich noch ein Moment hinzu, welchesdie Thierquälerei in sittlicher Beziehung um eine Stufetiefer stellt, als den Vaodalismus: die nutzlose Zufügungvon Schmerzen an ein empfindendes Wesen. Worauf be-ruht unser Abscheu gegen die Thierquälerei? MeinemDafürhalten nach ist es der Abscheu gegen die Grausam-keit überhaupt, die sich am Thiere nur äussert. Imjugendlichen Thierquäler fürchten und verabscheuen wir