Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

gg Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

des Ichs an und erkennt ihr den Charakter des Sittlichenzu. Darin liegt ausgesprochen: das Ich kann nicht Principoder, da in praktischen Dingen das Princip im Zweck be-schlossen liegt, nicht Zwecksubject des Sittlichen sein,denn sonst könnte unmöglich die Zweckbethätigung desIchs, soweit sie die richtigen Grenzen innehält, für sitt-lich indifferent, soweit sie dieselben überschreitet, fürunsittlich, noch auch der Verzicht auf die Verfolgung dereigenen Zwecke für sittlich erklärt werden. Das Ichkann der Sprache zufolge nicht Zwecksubject desSittlichen sein.

Der Satz ist uns nicht neu, er hat sich uns bereitsbei Gelegenheit der Betrachtung des Egoismus (S. 76) er-geben. Aber dem Negativen, mit dem wir dort abschliessenmussten, gilt es jetzt, das Positive hinzuzufügen. Es istdie letzte Frage, die wir der Sprache vorzulegen haben,sie lautet: was denkt sie sich als Zwecksubject des Sitt-lichen ?

Indem ich die Frage so stellte, schliesse ich von vorn-herein die Beziehung des Sittlichen auf etwas anderes alsein Subject, d. h. ein lebendes Wesen aus, und diesbedarf der Bechtfertigung. Ich behaupte also: Princip desSittlichen kann nicht etwas Unpersönliches, sondernnur die Person, ein lebendes Wesen sein, dessen Zweckedurch das Sittliche gefördert werden sollen (Zweck-subject).

Allerdings bedienen wir uns in der Sprache mancher