Die Sprache. — Das Erlaubte. 87
Was ist mit dieser Dreitheilung der Handlungen fürdie Erkenntniss des Sittlichen gewonnen? Wir holen einenandern dreigliedrigen Gegensatz heran, den wir oben beider Betrachtung des Egoismus (S. 75) gefunden haben: denzwischen Selbstbehauptung, Selbstsucht, Selbstlosigkeit.Legen wir die beiden Gegensätze über einander und fügenwir zugleich die Beziehung des Egoismus zu ihnen hinzu,so ergibt sich folgendes Schema:
Das Sittliche. Das Erlaubte. Das Unsittliche.
Selbstverleugnung. Selbstbehauptung. Selbstsucht.
Egoismus.
Das Schema bietet Stoff zum Denken — mehr, alsich hier bewältigen kann und zu bewältigen brauche; mirkommt es nur darauf an, ihm den sprachlichen Anhalt zurBestimmung des Begriffs des Sittlichen zu entnehmen.
Es leuchtet.ein, dass die beiden Gegensätze in engerBeziehung zu einander stehen Die Selbsterhaltung oderSelbstbehauptung bewegt sich in der Begion des Erlaubten,die Selbstsucht in der des Unsittlichen, die Selbstverleug-nung oder Selbstlosigkeit in der des Sittlichen.
Das mittlere Glied führt uns das Ich in Bichtung aufdie eigene Selbstbehauptung vor und characterisirt dieSphäre, in der dieselbe vor sich geht, als die des Erlaubtenoder sittlich Indifferenten. Das dritte Glied vergegen-wärtigt uns die Ausartung der Selbsterhaltung in Selbst-sucht und drückt ihr den Stempel des Unsittlichen auf,das erste Glied erkennt die Möglichkeit einer Verleugnung