Die Sprache. — Das Sittliche. — Verhiiltniss zum Egoismus. 77
damit ist der erste Theil unserer sprachlichen Untersuch-ungen erledigt. Er hatte zum Zweck, durch das Abhörender begrifflichen Nachbarn des Sittlichen, um meinenfrüheren Vergleich beizubehalten, Aufschluss über dasSittliche zu gewinnen. Durch ihren Gegensatz zum Sitt-lichen haben die Sitte, das Zweckmässige und der Egois-mus über wesentliche Momente desselben aufgeklärt. Essind folgende drei: Allgemeingültigkeit der sittlichenNormen im Gegensatze zu der bedingt verbindenden Kraftder Sitte — das Vorzeichnen von Zwecken im Gegen-sätze zu dem der Mittel, welche Sache des Zweckmässi-gen ist — die Zwecke des Sittlichen sind nicht demIch entnommen, diejenigen, welche das Ich zum Zielpunkthaben, fallen dem Egoismus anheim.
Versuchen wir nunmehr, ob wir nicht dem Sittlichenselber eine Antwort abzugewinnen vermögen. Was dieEtymologie darüber auszusagen vermag, wissen wir bereits,es ist die historische Thalsache, dass das Sittliche gleichder Sitte hervorgeht aus dem Leben des Volks (S. 23);über das Wesen des Sittlichen sagt sie uns nichts aus.Sehen wir zu, ob es nicht die fertige Sprache thut.
13. Die Aussagen der Sprache. — Sittlich undunsittlich.
Die Sprache kennt zum Ausdrucke von Gegensätzenzwei Formen: eine positive und negative. Bei der ersterenbezeichnet sie beide Glieder des Gegensatzes mit zwei