Die Sprache. — Das Sittliche. — Verhältniss zum Egoismus. 75
liehe Beziehung zum Ich oder Selbst fest, der ursprünglicheAusgangspunkt des Willens bleibt sprachlich in Sicht undvergegenwärtigt damit die Ferne, in der er sich bewegt,die Thatsache, dass derselbe sich erst vom Ich hat los-reissen, die Kluft zwischen ihm und der Welt hat über-springen müssen — es ist das Muttermal des Egois-mus t welches die Sprache der Selbstlosigkeit in dieserihrer Benennung mit auf den Weg gegeben hat.
Ob nun der Wille in Wirklichkeit die Macht besitzt,bei seinem Handeln sich der Beziehung zum Ich gänzlichzu entschlagen, und ob nicht vielmehr dasjenige, was dieSprache Selbstverleugnung und Selbstlosigkeit nennt, nureine andere, höhere Art der Selbstbehauptung ist, die sieunter diesem Namen der egoistischen entgegenstellt, wer-den wir an späterer Stelle Gelegenheit haben zu unter-suchen, hier genügt uns, dass die Sprache dieselbe an-erkennt.
Fassen wir das Besultat, welches die sprachliche Be-trachtung des Egoismus für uns abgeworfen hat, zusam-men, so besteht es darin: der Mensch wie das Thierentnehmen die Zwecke ihres Handelns sich selber (Selbst-erhaltung), aber bei dem Menschen constatirt die Spracheausserdem noch zwei Phänomene: eine Ausartung dieserZweckbeziehung auf das eigene Ich (Selbstsucht) und einFallenlassen derselben (Selbstverleugnung, Selbst-losigkeit). Beide sind vom Standpunkte des Egoismusaus nicht zu begreifen. Bildet der Egoismus den aus-