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2 (1883)
Entstehung
Seite
63
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Die Sprache. Das Sittliche. Verhältniss zum Zweckmässigen. 63

erbracht, dass die Sprache die Möglichkeit eines beschränk-ten Geltungsgebiets, die sie für die Sitte ausdrücklich be-tont, lür das Sittliche nicht anerkennt.

11. Die Aussagen der Sprache. Gonfrontationdes Sittlichen mit dem Zweckmässigen.

Eine Norm für das freie menschliche Handeln gewährtauch das Zweckmässige. Worin unterscheidet es sichvom Sittlichen?

Die Sprache charakterisirt dasselbe als dasjenige, wasim »Zweck« sein »Mass« findet, also als das dem Zweck»Angemessene«. Für das Zweckmässige ist demnach derZweck das Massgebende, er wird als gesetzt gedacht, dasZweckmässige hat ihn nur zu vermitteln, zu verwirklichen,d. h. das richtige Mittel zu suchen. Daraus ergibt sichder Unterschied vom Sittlichen. Letzteres zeichnet dieZwecke vor, das Zweckmässige die Mittel, die Ethik istdie Lehre von den Zwecken, die Politik die von denMitteln. Dass letztere nur in Anwendung auf die Zweckedes Staats, d. i. auf die richtige Verfolgung des AllenNützlichen im Gegensatz zu dem bloss individuell Nütz-lichen, wissenschaftlich ausgebildet ist, thut der Weitedieses Begriffes keinen Eintrag. Politik wie Ethik um-fassen das ganze Gebiet des menschlichen Handelns,einerlei, ob die Staatsgewalt oder die Privatperson alshandelnd gedacht wird; erstere soll eben so wenig unsitt-lich, wie letztere unzweckmässig handeln. Ausser diesen