Die Sprache. — Das Sittliche und die Sitte. 57
kein Interesse für uns hatte, dem wir aber seiner Zeitunsere Aufmerksamkeit zuwenden werden: die Mode, unddas vollständige Schema der socialen Imperative (einenBegriff, den wir demnächst rechtfertigen werden), nachMassgabe der Gradation ihrer socialen Bedeutung, ist:
1. Mode,
2. Sitte,
3. Moral,
4. Becht.
Wird eine kommende Zeit die Scheidung noch weiterfortsetzen? Ich halte es nicht für unmöglich. Iu der Sittestecken zwei divergente Elemente, die ich seiner Zeit beiihrer kritischen Betrachtung darlegen werde, und die viel-leicht eine kommende Zeit durch die entsprechenden sprach-lichen Ausdrücke genau von einander scheiden wird.
10. Das Sittliche. — Die Aussagen der Sprache. —Gonfrontation des Sittlichen mit der Sitte.
Wir setzen unser Verhör mit der Sprache fort, indemwir es auf das Sittliche ausdehnen. Wir wissen, dasssie letzteres genau von der Sitte unterscheidet, aber wassie sich unter demselben denkt, ist uns zur Zeit nochunbekannt. Wir beschränken unser Verhör aber nichtauf das eine Wort, an welches sie ihre Vorstellung knüpft,sondern wir verbinden damit alle diejenigen, welche zudemselben in irgend einem Verhältniss, sei es der Ver-wandtschaft oder des Gegensatzes stehen, kurz wir ziehen