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2 (1883)
Entstehung
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40
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40 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

Unterscheidung aber erst in den Adjectiven, sie sind diedivergirenden Linien, die an dem Punkte, wo wir sietreffen, einen weiten Abstand von einander bilden, dieaber, wenn wir sie zu ihrem Schnittpunkte zurückverfolgen,bereits sich getrennt haben müssen, um so weit ausein-ander zu gehen. Der Schnittpunkt ist der ursprünglicheDoppelbegriff der Sitte und der Ehre wer ihn nichtannimmt, steht vor einem sprachlichen Räthsel. Dass die»Sitte«, nachdem sie das Sittliche aus sich entlassen, imSprachgebrauch später eine engere Bedeutung angenommen,die Richtung der einen Linie eingeschlagen hat, steht demnicht im Wege, die Geschichte der Sprache bietet un-zählige Beispiele einer solchen Verengerung des ursprüng-lichen Sinnes, eine Verengerung, die andererseits eine Er-weiterung, Vervollkommnung des sprachlichen Denkens insich schliesst.

Zu den. Ausdrücken, deren wir uns im Deutschen eben-falls nur für das »Benehmen« bedienen, gehört sodann noch»taktvoll und taktlos«, und damit berühre ich einen Be-griff, der uns, wenn wir der Anregung, die er darbietet,Folge leisten, das innerste Geäder des sprachlichen Denkensenthüllt. Ich möchte sagen: Der Begriff des Taktes istein Nerv, der, wenn wir ihn zurückverfolgen, in das Cen-tralorgan, der Sprache führt: man kann ihn nicht präpariren,ohne ihn bis in seinen Ursprung zu verfolgen und eineReihe anderer Nerven bloss zu legen.

Unter Takt in dem Sinne, den wir hier mit ihm ver-