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2 (1883)
Entstehung
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32
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32 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

tige, gute involviren, so auch Art. Der Mann, der siebefolgt, ist »artig«, hat »Lebensart«, setzt er sich übersie hinweg, so hat sein Benehmen »keine Art«, es ist»unartig«.*) Als Vorbild der richtigen Art gilt der Sprachediejenige, welche sich bei Hofe ausgebildet hat: die Artdes Hofes, daher die Höflichkeit, ital. und spanischcortesia, franz. courtoisie, engl, courtesy (vom mittel-alterlichen curtis = Hof, daher corte, cour). Darauf weistauch das Wort Galanterie zurück. Aus dem Arabischenhhali (= Schmuck) haben die Spanier den Ausdruck gala(= Hofkleid) gemacht und daraus das Adjectivum galanteund das Substantivum galanteria als Bezeichnung für dasBenehmen des in Hoftracht (in »Galla« richtiger »Gala«) Er-scheinenden, d. i. des sich der Hofweise Befleissigenden,was dann bei dem bestimmenden Einfluss der spanischenHofetikette auf die übrigen Höfe allgemeiner Sprachgebrauchgeworden ist.

Auch in dem das vorschriftmässige Benehmen bei Hofebezeichnenden Wort Etiquette wiederholt sich die obigeVorstellung der Form, welche als etwas rein Aeusserlichesdem Inhalt aufgeheftet wird: etiquette ist der aufgeklebteZettel.

Ausser dem Hof als Quelle der Höflichkeit nenntuns die Sprache noch eine andere, es ist die Weise des

*) Der Ausdruck wird übrigens in gewissen Wendungen auchvom Sittlichen gebraucht: »aus der Art schlagen«, entarten, ein »ent-arteter Mensch«, während artig, unartig, Lebensart ausschliesslichsich auf die Silte beziehen.