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2 (1883)
Entstehung
Seite
31
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Die Sprache. Unterscheidung der Sitte vom Sittlichen. 31

ist also wie Sitte schlechthin (S. 22) die gute, es kehrthier der bei Gelegenheit der letzteren nachgewiesene Ge-danke wieder, dass dasjenige, was sich im Leben als Regelherausgebildet habe, das richtige sein müsse. Die Ueber-treibung der Form über das richtige Mass hinaus begründetden Vorwurf des Förmlichen, Formellen, Steifen, dieVernachlässigung derselben den des Formlosen. DieVorstellung, welche die Sprache bei der Form im Auge hat,ist die eines Aeusseren (daher die »Dehors« = de horsvom lateinischen de foris = von aussen), welches zumInnern hinzukommt. Das Innere ohne die sich hinzuge-sellende Form ist »roh, unfein, ungehobelt, unge-glättet, plump, massiv«; kommt die Form hinzu, sowird das Benehmen »fein, glatt, geglättet, polirt«.

Dieselbe Vorstellung wiederholt sich in den dem mit-telalterlichen manuarius (von manus, also ursprünglich= handlich) entnommenen Ausdrücken des ital. maniera,franz. manieres, engl, manners, spanisch maneras,deutsch Manier (ein Mann von oder ohne Manieren,manierlich, unmanierlich). Ebenso in dem dem Latei-nischen facies (= äussere Gestalt, Form) entnommenenfranzösischen und auch ins Deutsche hinübergenommenenfacon und dem englischen fashion.

Nahe verwandt mit dieser Vorstellung der Form istdie der Art d. h. des Typus, der sich im Leben in Bezugauf die Umgangsformen als feststehender herausgebildethat. Wie Sitte und Form ohne näheren Zusatz die rieh-