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2 (1883)
Entstehung
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24
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24 Ka P- iX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

zeichen hervorgeht.*) Sitte sowohl wie Recht weisen aufdie allgemeine Ordnung hin, die Anwendung beiderAusdrücke auf das Individuum als Sitte, als Recht diesesMannes beruht auf Uebertragung (derivative Redeutung).Die französische und englische Sprache unterscheiden ge-nauer die allgemeine und die individuelle Gewohnheit,für jene haben sie das von dem lateinischen consuetudo(im Sinne des Gewohnheitsrechts, s. u.) abgeleitete coutumesund customs, für diese das vom lateinischen habitus (dieWeise des »Sich-Habens«) abgeleitete habitude.

Sitte ist also die im Leben des Volks sich bil-dende verpflichtende Gewohnheit.

Im Leben des Volks kommt von selbst die durch dieRedingungen des Gemeinlebens postulirte Ordnung zurGeltung, und diese als richtig und nothwendig er-probte Ordnung ist die Sitte. Damit stellt sie sichals eine Norm hin, die der Einzelne zu befolgen hat.Auch das Volk kann gleich dem Individuum »böse Ge-wohnheiten« haben,**) und im Plural mag man wie vomIndividuum so auch von Völkern den Ausdruck: böse,schlechte Sitten gebrauchen, aber mit dem Begriffe derSitte (im Singular) als einer Norm des Gemeinlebens ver-

*) Leo Meyer (S. 1 9 Note 1) macht die Mittheilung, dass ihm»in der livländischen Reimchronik das Wort Site gegen fünfzig Malbegegnet sei, darunter aber nicht ein einziges Mal von einer "be-stimmten Persönlichkeit«.

**) Art. 218 der peinlichen Halsgerichtsordnung: Böse und un-vernünftige Gewohnheiten.